Skip to Content

Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 207

Gesehen: Terrorizers (1986) - Ein Hauch von Trier

Das Gefühl, auf dieser Welt zwar nicht komplett fehl am Platze zu sein, beim Wandeln auf ihr jedoch immer wieder ins Stolpern zu geraten...

Gesehen: Terrorizers (1986) - Ein Hauch von Trier
Foto: Central Motion Picture Corporation
Perhaps the only difference between me and other people was that I've always demanded more from the sunset. More spectacular colors when the sun hit the horizon. That's perhaps my only sin.

An diese Stelle aus einem Monolog von Charlotte Gainsbourg in Lars von Triers (natürlich viel später erschienenen, aber eben zuerst von mir gesehenen) NYMPHOMANIAC musste ich immer und immer wieder denken. Denn es ist genau dieses Gefühl, diese Stimmung, die Edward Yang hier in seinem Film für mich einfängt – das Gefühl, auf dieser Welt zwar nicht komplett fehl am Platze zu sein, beim Wandeln auf ihr jedoch immer

Gesehen: Terrorizers (1986) - Ein Hauch von Trier Read more

Gesehen: Leave the World Behind (2023) - Kurzgeschlossene Kamera

Sam Esmail steuert ohne klares ästhetisches Ziel direkt in konservative Gewässer.

Gesehen: Leave the World Behind (2023) - Kurzgeschlossene Kamera
Foto: Netflix

Sam Esmail hat mit Mr. Robot sein Gespür für unverbrauchte Blickwinkel und unkonventionelle Bildgestaltung bewiesen – und dann mit LEAVE THE WORLD BEHIND irgendwie die komplett falschen Lehren daraus gezogen. Wer durch Kameraführung Desorientierung, Verwirrung und Chaos stiften will, muss dafür letztlich einer ausgeklügelten Choreografie folgen oder zumindest ein paar präzise ausgewählte Handgriffe anlegen. Aber hier schien die Regieanweisung gewesen zu sein, einfach Cola über die Bedienung des Kameraarms zu kippen und das zu nehmen, was die kurzgeschlossene Apparatur fabriziert. Nichts arbeitet hier auf eine Art erkennbares ästhetisches Ziel hin.

Zum thematisch in unserer Realität verankertem Kern des Stoffs – der scheinbar

Gesehen: Leave the World Behind (2023) - Kurzgeschlossene Kamera Read more

Gesehen: Alle wollen geliebt werden (2022) - Verengter Debattenraum

Ein Film, der jegliche allegorische Strahlkraft erstickt.

Gesehen: Alle wollen geliebt werden (2022) - Verengter Debattenraum
Foto: Camino Filmverleih

Wie krass dieser Film die gesellschaftlich absolut relevanten Debatten dermaßen verengt, damit sie auf diese sehr eingegrenzte interpersonelle Ebene passen und dort ausgefochten werden müssen, erstickt jegliche allegorische Strahlkraft im Kern. Übrig bleiben so zahlreiche Banalitäten, die dazu auch noch ziemlich bieder inszeniert werden.

★★☆☆☆

🇩🇪, R: Katharina Woll / D: Anne Ratte-Polle, Lea Drinda, Ulrike Willenbacher, Urs Jucker, Hassan Akkouch, Tayfun Baydar, Robin Gooch, Jonas Hien, Frieder Venus, Akiko Hitomi, Jana Klinge, Nete Mann, Raymond Tarabay, Pascale Schiller, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Camino Filmverleih

Alle wollen geliebt werden - Stream: Jetzt online anschauen
Wo und wie heute “Alle wollen geliebt werden” im
Gesehen: Alle wollen geliebt werden (2022) - Verengter Debattenraum Read more

Gesehen: El Conde (2023) - Roy Anderssonsche Züge

Nur politisch greift Pablo Larraín nach erstaunlich wenig...

Gesehen: El Conde (2023) - Roy Anderssonsche Züge
Foto: Netflix

Wie Pablo Larraín hier versucht, Ausdruck in der ästhetischen Dimension des Humors zu finden, hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Wenn der Vampir Pinochet oder andere Figuren auf Blutjagd wie an Seilen hängend durchs Bild gleiten, dann nimmt das schon fast Roy Anderssonsche Züge an. Nur eine wirklich handfest politische Dimension, die will Larraín nicht so recht gelingen. Mit seinem Film scheint er sich bereits mit dem Wunsch, politisch sein zu wollen, zufrieden zu geben. Denn über das Geschmunzel über die vom prä-revolutionären Frankreich über Pinochet bis hin zu Margret Thatcher verlaufenden Kontinuitätslinien hinaus greift der Film nach wenig, verbleibt

Gesehen: El Conde (2023) - Roy Anderssonsche Züge Read more

Gesehen: Happy as Lazzaro (2018) - Grimm und Hoffnung

Eine regelrecht märchenhafte Erzählung von Alice Rohrwacher.

Gesehen: Happy as Lazzaro (2018) - Grimm und Hoffnung
Foto: Piffl Medien, Eurovideo Medien

Ein Märchen über Ausbeutung, Macht, Gerechtigkeit, die Natur des Menschen, das Versagen der Gesellschaft, Trauma, den Menschen als Wolf für den Menschen, Gut und Böse. Und das hat mich regelrecht verzaubert – mal durch finstere Unter- und Obertöne à la Grimms Märchen, mal durch immer wieder versprühte Funken der Hoffnung.

★★★★½

🇮🇹/🇩🇪/🇫🇷/🇨🇭, R: Alice Rohrwacher, D: Adriano Tardiolo, Agnese Graziani, Alba Rohrwacher, Luca Chikovani, Tommaso Ragno, Sergi López, Natalino Balasso, Nicoletta Braschi, Carlo Tarmati, Pasqualina Scuncia, Edoardo Montalto, Carlo Massimino, Maddalena Baiocco, Gala Othero Winter, Giulia Caccavello, Elisabetta Rocchetti, Iris Pulvano, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Piffl Medien, Eurovideo Medien

Glücklich wie Lazzaro -
Gesehen: Happy as Lazzaro (2018) - Grimm und Hoffnung Read more

Gesehen: Corpo Celeste (2011) - Prozessionsmerch

Wenn die Kirche den öffentlichen Raum kontrolliert...

Gesehen: Corpo Celeste (2011) - Prozessionsmerch
Foto: Tempesta, JBA Production, Amka Films

Sehr viele (vermeintliche) Kleinigkeiten haben mir bei diesem Film gefallen. Alice Rohrwacher hat ihre Geschichte gespickt mit Details wie etwa den Stand am Rande der Prozession, an dem offenbar sowas wie Kuscheltiere gekauft werden können. Und der fahrenden Werbetafel, die über Lautsprecher zur Wahl eines Politikers mit vagen Versprechungen aufruft und dieses Bild letztlich in der Prozession aufgelöst wird. (Katholische) Kirche ist Politik, macht Politik und war schon immer darauf bedacht, den Armen das Geld aus den Taschen zu ziehen und in die ihrigen zu stecken.

Hochproblematisch wird es, wenn man sich dem Konstrukt Kirche gar nicht entziehen kann – etwa

Gesehen: Corpo Celeste (2011) - Prozessionsmerch Read more