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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 199

Gesehen: Society of the Snow (2023) - Verdienter Pathos

Selbst in dieser Katastrophe ist das Leid nicht im Fokus.

Gesehen: Society of the Snow (2023) - Verdienter Pathos
Foto: Netflix

Bayona ist wirklich ein sehr solider Filmemacher, wenn er mit den richtigen Stoffen arbeiten kann. Hier gelingt es ihm durch den sehr zurückhaltenden Einsatz von Sound und Score an den richtigen Punkten die überwältigende Stille der Berge zu imitieren. Das funktioniert natürlich nur in Kombination mit den noch einmal überwältigenderen Naturaufnahmen, die wunderschön sind und die Höhen der Anden gleichzeitig wie die Oberfläche eines fremden Planeten wirken lassen. Das verstärkt nur das Gefühl der zunehmenden Weltentrücktheit, der Entfernung von dem, was wir™ als zivilisiertes Verhalten kennen und als unverrückbarer Pfeiler unseres Zusammenlebens annehmen würden. Und doch werden wir Zeug*innen

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Gesehen: Shin Kamen Rider (2023)

Gesehen: Shin Kamen Rider (2023)
(c) Amazon Prime Video

Man kann diesen Film für affektiert oder albern halten. Aber dann hat man nur geschaut und nicht gesehen – und so verkannt, mit wie viel Herz, Liebe und moderner inszenatorischer Gestaltungswille in diesen Film geflossen ist. Mit meiner westlichen Brille sehe ich natürlich sofort die Power Rangers meiner Kindheit mit ihren abstrus übererklärenden Dialogen, mit der die Luft zwischen den Kämpfen gefüllt werden muss, vor mir. Nur SHIN KAMEN RIDER versteckt unter all dem Klamauk doch auch eine Prise Autoritarismuskritik und Gedanken über Freundschaft, Familie und Liebe. Das macht einfach nur Spaß.

★★★★☆

🇯🇵, R: Hideaki Anno, D: Sosuke Ikematsu, Minami Hamabe, Tasuku
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Gesehen: Stalag 17 (1953)

Gesehen: Stalag 17 (1953)
Robert Strauss, William Hilden und Harvey Lembeck // (c) Paramount Pictures

Oft musste ich an den zehn Jahre später erschienenen THE GREAT ESCAPE denken, den ich im Umgang mit seinen Nazi-Figuren eher fragwürdig fand. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Krieg bei STALAG 17 noch nicht so lange vorbei war. Aber Billy Wilder findet hier im Gegensatz zum Genrekollegen genau das richtige Verhältnis von Komik zu Tragik. Pointen werden durchgehend doppelbödig serviert, das Lachen bleibt in regelmäßigen Abständen im Halse stecken, um immer wieder daran zu erinnern, dass es eigentlich nichts zu lachen gibt. Das Stalag 17 ist ein Ort, an dem die Hoffnung ob der tagtäglichen Ungewissheit, der Langeweile

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Gesehen: Gran Turismo (2023) - Aufgeblasener Werbespot

Wenn die Zukunft der Hochglanz-Blockbuster in der Anbiederung an kapitalistische Interessent besteht, dann gute Nacht.

Gesehen: Gran Turismo (2023) - Aufgeblasener Werbespot
Archie Madekwe als Jann Mardenborough // Foto: Sony Pictures Germany

Ich werde mit meiner Trauer um den DISTRICT 9-Blomkamp wohl keine Ruhe mehr finden. Es ist einfach schade, dass jemand mit so einem Talent dazu verdammt zu sein scheint, aufgeblasene Hochglanz-Werbespots zu drehen. In GRAN TURISMO findet er sehr schnell einfach keine neuen Bilder mehr, ist so zur ewigen Wiederholung verdammt und hält keinerlei Überraschungen parat – sowohl visuell als auch in Sachen Figurenzeichnung nicht. Der Film verläuft unbeirrbar wie auf Schienen, um mal eine Metapher direkt aus dem Film aufzugreifen.

Und um abschließend auf das große Ganze™ zu blicken: Wenn die Zukunft der Hochglanz-Blockbuster einzig und allein in der

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Gesehen: Saltburn (2023)

Gesehen: Saltburn (2023)
(c) Prime Video

Unterm Strich muss ich diesem Film ein zu dem von PROMISING YOUNG WOMAN sehr ähnliches Zeugnis ausstellen: viele gute Ideen und gelungene Szene, aber auf den letzten Metern doch zu viel auf einmal gewollt.

Die moderne Interpretation einer Jane-Austen-Geschichte, in der Gier, der kaputten Selbstwahrnehmung des gehobenen Mittelstandes, die Privilegien der Reichen und Schönen sowie die Dekonstruktion der sogenannten Friendzone und dem damit verbundenen Anspruchsdenken mit den Mitteln des morbiden Humors in Szene gesetzt werden, die weiß zu gefallen.

Doch es brauchte wohl noch eine „überraschende“ Wendung, die ich kaum uninteressanter finden könnte, die nichts von Substanz mehr

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Mein Medienmenü - Woche 03/2024 & Zusammen gegen rechts!

Am Sonntag mit nach Angaben der Veranstaltenden etwa 60.000 Leipziger*innen zusammen den rechten Arschlöchern gezeigt, dass für sie hier und überall sonst kein Platz ist.

Den Redebeitrag des ehemaligen Pfarrers an der Thomaskirche Leipzig, Christian Wolff, habe ich als besonders stark empfunden.

Jeder, der mit dem Gedanken spielt, AfD zu wählen, soll sich klar machen, dass er sich damit den Metzgern ausliefert, die auf ihrem Hackbrett die demokratischen Rechte zerstückeln. Und jeder, der meint, wählen lohnt sich nicht, soll sich klar machen: Wenn
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