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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 198

Gesehen: Drii Winter (2022)

Gesehen: Drii Winter (2022)
Michèle Brand // (c) Grandfilm

Die Ehe als gemeinsames Fundament, auf dem zusammen etwas Neues geschaffen werden, ein progressives Moment entstehen kann – das kontrastiert DRII WINTER mit einer nicht nur örtlich, sondern auch in sich zurückgezogenen Gesellschaft, die à la Michael Haneke bereits so stark vergletschert ist, dass sie in eine Regression geraten ist, dabei jegliche Empathie hinter sich gelassen hat und an einer Existenz auf längst unfruchtbarem Boden festhält. Worte sind nur leere Hüllen ohne Bedeutung, die ausgesprochen werden, um voreinander und vor allem vor sich selbst die Fassade des Menschseins aufrecht zu erhalten. Wer keinen Beitrag zu dieser Art zu leben bereit ist

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Gesehen: Silent Night (2023)

Gesehen: Silent Night (2023)
Joel Kinnaman // (c) Leonine Studios Spielfilm

Hier habe ich einfach keinen Zugang gefunden und fand das alles ganz grauenhaft. Es wirkt auf mich, als ob der John Woo entweder Action-Leuchttürme wie THE RAID oder JOHN WICK nie gesehen hat oder ihnen halbherzig nacheifern möchte. Denn eine tatsächliche Handschrift lässt SILENT NIGHT nur sehr, sehr selten wirklich erkennen.

Stattdessen versteigt sich der Film in Klischees, die gefühlt zuletzt in den 1990ern Menschen von den Hockern gehauen haben: das an ein konservatives Familienbild geknüpfte Rachemotiv, befeuert von diesem „Die Drogen-Gangs machen UNSERE FRAUEN mit Heroin gefügig und müssen deshalb dran glauben“.

Aber SILENT NIGHT scheitert auch

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Gesehen: Mandibules (2020)

Gesehen: Mandibules (2020)
David Marsais und Grégoire Ludig // (c) Wild Bunch

Regie und Drehbuch: Quentin Dupieux. Entsprechend erwartbar skurril und lustig ist MANDIBULES geraten. Aber der Film trifft auch andere Nägel auf den Kopf: Ökonomisch am Rande der Gesellschaft stehende Menschen tun alles in ihrer Macht Stehende, um sich bei denen „einzuschmeicheln“, die sie an anderer Stelle schamlos ausbeuten. Und wenn das nicht klappt, kann man ja immer noch selbst noch schwächere Menschen übers Ohr hauen. Bloß nicht wirklich versuchen, an der ökonomischen Ungleichheit zu rütteln ☝️

★★★½☆

🇧🇪/🇫🇷, R: Quentin Dupieux, D: Grégoire Ludig, David Marsais, Adèle Exarchopoulos, India Hair, Bruno Lochet, Coralie Russier, Thomas Blanchard, Trailer, Wikipedia

Mandibules - Stream: Jetzt Film
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Mein Medienmenü - Woche 04/2024 & Hayao Miyazaki

Mein Medienmenü - Woche 04/2024 & Hayao Miyazaki
Hayao Miyazaki // (c) 大臣官房人事課 unter CC BY 4.0; Zuschnitt von mir

Als vor mehr als zehn Jahren Hayao Miyazakis bis dato letzter Film WIE DER WIND SICH HEBT (2023) erschien, konnte ich mich irgendwie noch nicht so richtig gut auf Animes einlassen. Das kam erst in den vergangenen Jahren. Die Filme von Studio Ghibli mochten dafür die offensichtliche Wahl gewesen sein, aber gut ist eben gut. Ob ich jedoch jemals in den Genuss eines neuen Miyazakis auf der großen Leinwand kommen würde, war über weite Strecken mehr als unsicher. Und dann kam DER JUNGE UND DER REIHER (2023), der mich am Wochenende wirklich völlig umgeblasen hat.

Ansonsten habe ich weiterhin rege

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Kinotagebuch: Poor Things (2023)

Kinotagebuch: Poor Things (2023)

Ich muss schon sagen, dass ich den alten Yorgos Lanthimos vermisse. Eben den Filmemacher, der viel fragmentarischer gearbeitet und versucht hat, Form anders zu denken. Der mit Sprache und nicht quirky Wes-Anderson-Sets Welten konstruiert und geformt hat. Den mit avantgardistischer Ambition.

Nichtsdestotrotz ist POOR THINGS ein fabelhafter Film. Denn Emma Stone schafft es eigenhändig, die formale Kantenlosigkeit in den Hintergrund treten zu lassen. Sie muss die Entwicklung vom Kind zur Frau im Turbogang durchmachen und schafft es selbst bei diesem rasanten Tempo, ihre Figur mit emotionaler Nuancierung zu versehen, die einfach ansteckend ist. Diese unbändige Neugier, der regelrechte Spieltrieb,

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Kinotagebuch: The Boy and the Heron (2023)

Kinotagebuch: The Boy and the Heron (2023)

Nun wundert es wirklich nicht mehr, dass es Miyazaki nochmal ans Zeichenbrett getrieben hat. THE BOY AND THE HERON ist in jedem Moment anzumerken, dass da noch etwas in ihm gearbeitet, wenn nicht sogar regelrecht gebrodelt hat. Denn dieser Film ist für mich unerwartet düster geraten, lässt stellenweise an Resignation grenzenden Pessimismus – oder Realismus? – gewähren.

Die Natur des Menschen und der Mensch in der Natur – die dortige Suche nach Einklang, nach Harmonie zieht sich durch Miyazakis ganzes Schaffen. Und hier hadert er, scheint über weite Strecken des Films keine Hoffnung mehr zu finden. Der Mensch ist gescheitert, jetzt schickt

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