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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 196

Gesehen: Beneath the Planet of the Apes (1970)

Gesehen: Beneath the Planet of the Apes (1970)
James Francisus, Linda Harrison und Kim Hunter // (c) Walt Disney Leonine

Wer im Militarismus die Zukunft sieht, wer sich gegen Wissenschaft und rationales Handeln stellt, empfängt den Faschismus mit offenen Armen. Wer sich für blinden religiösen Fundamentalismus oder gar Fanatismus entscheidet, wird nichts als Leid in die Welt bringen. Alle werden erst die Zivilisation und dann den ganzen Planeten in Trümmern sehen. (Und offenbar auch eine plump-dreist-faule Figuren-Kopie, wie Brent (James Franciscus) eine von Taylor (Charlton Heston) ist, spawnen lassen.)

★★★☆☆

🇺🇸, R: Ted Post, D: James Franciscus, Kim Hunter, Charlton Heston, Maurice Evans, Linda Harrison, Trailer, Wikipedia

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Kinotagebuch: All of Us Strangers (2023)

Kinotagebuch: All of Us Strangers (2023)

ALL OF US STRANGERS lässt sich wunderbar intellektualisieren, als Metapher auf die Anonymität der Großstadt lesen, als Versuch die Reaktion der menschlichen Psyche auf Traumata zu entknoten, sogar die Lesart als Corona-Film bietet sich an. Man kann den fast schon brachial deskriptiven Soundtrack als übertrieben und irrtierend empfinden und vortrefflich über Diesseits, Jenseits und alles dazwischen debattieren.

Aber am Ende bleibt es ein kurzer Wortwechsel zwischen Adam (Andrew Scott) und seinem Vater (Jamie Bell), der als Kondensat der absoluten emotionalen Wucht dieses Films sinnbildlich für das steht, was er unbarmherzig fühlen lässt:

Dad: We are proud of 

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Gesehen: Cat Person (2023)

Gesehen: Cat Person (2023)
Geraldine Viswanathan und Emilie Jones // (c) Studiocanal

Der von CAT PERSON beschrittene Weg wirkt erzählerisch bereits ausgetreten. Dass der öffentliche Raum für (junge) Frauen gefährlich ist und dass es Nice Guys mit patriarchalem Anspruchsdenken gibt, das ist ja nun wirklich keine neue Erkenntnis, was den Verlauf des Films nicht weniger konsequent, aber leider sehr erwartbar macht.

Interessanter ist, was der Film darüber hinaus über den Wandel (digitaler) Kommunikation von Millennials hin zu Gen Z erzählt, wie die permanente Verfügbarkeit breitbandigen Internets den Verbindlichkeitsbegriff verändert, mehr Balance in die Machtverhältnisse innerhalb von Kommunikation bringen kann und das Ausmaß des verinnerlichten patriarchalen Anspruchsdenkens freilegt.

★★★☆☆

🇫🇷/🇺🇸, R: Susanna Fogel,
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Gesehen: Chinesisches Roulette (1976)

Gesehen: Chinesisches Roulette (1976)
Margit Carstensen // (c) Basis-Film Verleih

Wie klar, zielsicher und ohne Gefangene zu nehmen Fassbinder hier das Bürger*innentum aufbricht, dabei dessen moralische Verkommenheit freilegt, es vorführt und an der scheinheiligen Nase durch den Ring zieht, das hat mich regelrecht umgehauen.

Die Anordnung des Films hat mich oft an Marco Ferreris LA GRANDE BOUFFE (1973), Pier Paolo Pasolinis SALÒ O LE 120 GIORNATE DI SODOMA (1975) und den späteren Michael Haneke denken lassen – dieses Gefangensein an einem Ort, an dem der grässlichen Fratze der Wahrheit nicht mehr ausgewichen werden kann, an dem jeder beim Versuch den eigenen Kopf über Wasser zu halten im Zweifelsfall

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Gesehen: The Marvels (2023)

Gesehen: The Marvels (2023)
Iman Vellani als Ms. Marvel, Brie Larson als Captain Marvel und Teyonah Parris als Monica Rambeau // (c) Marvel Studios

Ich fühle gar nichts – nicht einmal großartige Ablehnung. Das MCU bleibt ermüdend und scheint auserzählt. Alle Geschichten wurden bereits ausgewalzt, nur eben noch nicht mit allen Figuren erzählt. Aber das überspielt Marvel dann für ein Berieselungspublikum ganz geschickt mit selbstironischen Schmunzlern und einem popkulturellen Referenzgewitter. THE MARVELS wirkt wie Fanfiction mit Budget, jedoch frei von wirklich eigenen kreativen Ideen und stattdessen vollgestopft mit Momenten, die so eindeutig für TikTok inszeniert wurden, dass ich nur noch mit den Schultern zucken kann 🤷‍♂️

★½☆☆☆

🇺🇸, R: Nia DaCosta, D: Brie Larson, Teyonah Parris, Iman Vellani, Samuel L. Jackson, Trailer, Wikipedia

The Marvels - Stream: Jetzt
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Gesehen: An Autumn Afternoon (1962)

Gesehen: An Autumn Afternoon (1962)
Shima Iwashita und Ryū Chishū // (c) Shochiku

Nach SOMMERBLÜTEN (1958) und SPÄTHERBST (1960), die Wut offen zur Schau trugen, habe ich nicht mehr damit gerechnet, noch einmal einen derart versöhnlichen und die bis dato oft kritisierte Generation/politische Klasse gewissermaßen in den Arm nehmenden Film von Ozu zu sehen.

Denn letztlich sehen wir hier eine nach dem Zweiten Weltkrieg allein- oder gar fallengelassene Generation. Eine, der unter der Herrschaft des japanischen Faschismus ein hohes Maß an Autorität zukam. Chishū Ryūs Figur etwa war Kapitän eines Kriegsschiffes. In dieser kleinen schwimmenden Welt war sein Wort Gesetz. Und nun ist er zurück in einem zivilen Leben. Die einzige

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