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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 152

Gesehen: Mrs. Harris goes to Paris (2022)

Gesehen: Mrs. Harris goes to Paris (2022)
(c) Universal Pictures International Germany

Der Film beginnt mit durchaus treffenden und zeitlosen Beobachtungen hinsichtlich ökonomischer Zwänge in kapitalistischen Zuständen. Wie dem Esel die Möhre vor die Nase gehalten wird, werden dem Prekariat vermeintlich einfache Aufstiegsmöglichkeiten vorgesetzt – etwa die Lotterie, der scheinbar sichere Tipp beim Hunderennen oder die Lüge, dass harte Arbeit auch immer mit einem ökonomischen Aufstieg verbunden ist. Und im selbstgesteckten, eher wohlfühligen Rahmen des Films klappt das recht gut.

Nur diese angebliche feministische Arbeiter*innenrevolution, die der Film uns dann vorsetzen will, ist angesichts der Vorarbeit fast schon eine Frechheit. Als großer egalisierender Befreiungsschlag wird es verkauft, dass sich nun auch ökonomisch

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Gesehen: L'uccello dalle piume di cristallo (1970)

Gesehen: L'uccello dalle piume di cristallo (1970)
(c) NSM Records

Ich lasse mich auf Filme wie diesen immer besonders gerne ein, weil sie denjenigen so zugewandt sind, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, die mit Stigmata belegt sind, die in jedweder Hinsicht am kürzeren Hebel sitzen und deshalb nach allen verdorbenen Regeln der Kunst missbraucht, fast schon wie Gegenstände behandelt werden, die man nach Gutdünken auf dem gesellschaftlichen Schachbrett umherschieben kann.

Gleichzeitig ist zu sehen, dass Gesellschaften, die solche Akteur*innen nicht abstrafen, nur nach den einfachsten Antworten suchen und nie die Finger in die eigenen Wunden legen, ziemlich zuverlässig beginnen, sich von innen heraus selbst zu

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Gesehen: Napoleon Dynamite (2004)

Gesehen: Napoleon Dynamite (2004)
(c) Paramount Pictures Deutschland

Dance like nobody’s watching ist hier die klare Überschrift, deren Implikationen mit doch sehr konventionellen Erzählmustern transportiert werden. Das versucht der Film durch seine zugespitzt gezeichneten Figuren etwas zu unterlaufen, aber ich finde nicht, dass ihm das wirklich gelingt. Aber das ist gleichzeitig kein Grund, NAPOLEON DYNAMITE ein schlechtes Zeugnis auszustellen.

Unterm Strich bleiben eben doch sehr richtige und wichtige Dinge stehen. Es ist geil, Dinge zu mögen und zu machen, worauf man Bock hat, damit ehrlich zu sich selbst und zu anderen zu sein, ohne dabei Zwänge zu erleben. Mit einem offenen Herzen kommt die Solidarität, mit

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Gesehen: Yi Yi (2000)

Gesehen: Yi Yi (2000)
(c) Omega Project, Nemuru Otoko Seisaku Iinkai, Atom Films

Das ist eine epochale und zutiefst berührende Auseinandersetzungen mit dem Sinn eines Lebens, dem Hadern mit dem Zufall sowie der damit eng verbundenen Suche nach persönlicher Erfüllung, Bedeutung, Glück und Liebe angesichts der Vergänglichkeit unserer Existenz und unseres verschwindend geringen Einflusses auf das Universum. Und warum fühlt sich das Leben dann trotzdem so groß an und so überwältigend an? Trickst uns unser Bewusstsein an diesem Punkt nur aus oder steckt gar ein noch viel größeres Universum in unserem Inneren?

Vielleicht sind es auch genau diese Fragen und Gedanken, die Menschen geißeln und fesseln, eine Annäherung an Glück verhindern. Wahrscheinlich

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Roboter verwandelt KI-Bilder in Pixel-Art aus Lego

Roboter verwandelt KI-Bilder in Pixel-Art aus Lego
(c) Creative Mindstorms

Ein paar Prompts in ein LLM zu schmeißen, um ein Bild zu generieren, ist näher an Diebstahl als an Kunst. Dieses Bild dann aber durch einen selbstgebauten und -programmierten Lego-Roboter zu jagen, der daraus ein 32x32 Lego-Pixel großes Abbild baut und das dann auch noch „drucken“ kann, ist ein anderer Schnack. Code is poetry. (Und in diesem Fall auch öffentlich auf Github.)

With the Pixelbot 3000, users simply have to type in what artwork they want the printer to create. The prompt is sent to OpenAI’s DALL-E 3, which the underlying code requests as being generated in a cartoon
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Crowdfunding-Jubiläum bei den Krautreportern

Crowdfunding-Jubiläum bei den Krautreportern
Screenshot: krautreporter.de

Ich lese ganz gerne den Blaupause-Newsletter von Sebastian Esser. Der erinnert diese Woche daran, dass die Krautreporter vor zehn Jahren ihr Crowdfunding-Ziel knacken konnten.

Ich erinnere noch, was für ein cooler Moment das für mich als damals noch junger™ Journalist war, der selbst auch ein paar Euro mit in den Topf geschmissen hat. Mir hat das gezeigt, dass Idealismus keine Träumerei sein muss, die sich nicht mit der Realität vereinbaren lässt. (Womit ich nicht meine, dass man keine Kompromisse eingehen sollte. Ganz im Gegenteil.)

Letztlich bin ich aber kein Mitglied geblieben. Das lag jedoch nie an der Qualität der Inhalte,

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