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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 132

Gesehen: Les Chambres rouges (2023)

Gesehen: Les Chambres rouges (2023)
(c) 24 Bilder

ANATOMIE D'UNE CHUTE meets Manson Family meets Werner Herzog, der in GRIZZLY MAN in Gegenwart von Timothy Treadwells Mutter [die Aufnahmen der tödlichen Bärenattacke anhört]({{< youtube zRQNFdh7Z34 >}}). In diesem Fahrwasser nähert sich LES CHAMBRES ROUGES dem abgrundtiefen und unvorstellbaren Grauen und schafft es, die Schwere dieses diabolischen Schreckens zu transportieren – und zwar, weil er sich eben genau nicht dieser eines Poetry-Slam ähnlichen Performance hingibt, wie sie die Staatsanwältin im Film darbietet.

Wir sehen gar nichts und hören nur wenig und wissen kaum etwas. Und doch wird der Knoten in der Magengegend immer größer...

...vielleicht, weil wir nie ganz

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„Die Geschichte geht weiter“ – Victor Klemperers Tagebücher als Podcast

„Die Geschichte geht weiter“ – Victor Klemperers Tagebücher als Podcast
(c) Deutschlandradio

Am Tag des Wahldesasters hier in Sachsen und auch in Thüringen habe ich - zufällig, aber irgendwie auch passend - begonnen, den Podcast „Die Geschichte geht weiter“ von Deutschlandfunk Kultur zu hören. Es sind die Tagebücher von Victor Klemperer, die in den 1990er Jahren als Hörspiel vertont wurden und nun in Podcastform gegossen wurden. Für den formatgerechten Rahmen sorgt die Historikerin und Journalistin Leonie Schöler, die die jeweiligen zu hörenden Abschnitte einordnet.

Klemperer beobachtet die Unruhen der Weimarer Republik und den zunehmenden Antisemitismus. Er ist jüdischer Herkunft und konvertiert 1912 zum Protestantismus. Vor allem ist Klemperer jedoch nach eigener Aussage
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Gesehen: A Self-Induced Hallucination (2018)

Gesehen: A Self-Induced Hallucination (2018)
(c) Jane Schoenbrun

Diesen Found-Footage-Dokumentarfilm als Desktop-Film einzuführen, ist formal betrachtet ein ziemlich interessanter Hook – weil es die Medialität des Gezeigten noch einmal hervorhebt und einen zusätzlichen Kontrast schafft. Deshalb finde ich es ziemlich schade, dass über diesen anfänglichen Hook hinaus nichts mehr versucht wird.

Davon abgesehen bedient sich Schoenbrun einer letztlich uralten KulturTechnik, indem sie bestehende Inhalte und Bilder kuratiert, so zueinander in neue Beziehung setzt, Kontext schafft und neue Kontrastierungen ermöglicht. Nur hat sich die Nutzung dieser Kulturtechnik im digitalen Zeitalter verlagert. Heute sind es Reposts, Newsletter, (immer noch und schon wieder) Blogger*innen, Youtuber*innen usw., durch die coole

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Gesehen: Trap (2024)

Gesehen: Trap (2024)
(c) Warner Bros. Entertainment

Sicherlich ließe sich irgendwo ganz tief drin die in oder andere Beobachtung zu obsessivem Verhalten, zur völlig distanzlosen Idolisierung und Überhöhung sogenannter Stars und der kultartigen Verehrung dieser oder zur immer weiter fortschreitenden Selbstaufgabe bis die eigene Identität gänzlich aus Fantum besteht, ausgraben. Aber dann macht Shyamalan, was Shyamalan eben so macht: sich mit einem über die Maßen faulen Drehbuch zufriedengeben. TRAP ist weder eine vielschichtige noch eine spannende Konstruktion. Der Film scheint viel mehr der Versuch, die Ambiguitätstoleranz seines Publikums so weit wie möglich zu überspannen.

Dazu sind die Motive des Mutterkomplexes und der Zwangsstörung einfach komplett aus

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Gesehen: I Saw the TV Glow (2024)

Gesehen: I Saw the TV Glow (2024)
(c) Stage 6 Films

Nach WE’RE ALL GOING TO THE WORLD’S FAIR konnte ich noch nicht so richtig in Worte fassen, was mich an Jane Schoenbruns Art und Weise des Filmemachens so fasziniert. Aber hiernach war es mir plötzlich glasklar: Schoenbrun verweigert komplett der Rezeptionsgeschichte anderer Filme, Serien, Musik oder Erzählmustern. Schoenbrun kann nicht gegen den Strich bürsten, als trashig wahrgenommene Elemente ironisch einsetzen oder mit Nostalgie verklären, weil Schoenbrun nicht auf diesen Ebenen arbeitet. Schoenbrun behält sich einen wertfreien Blick auf all diese Werkzeuge und nutzt sie völlig losgelöst von den Zuschreibungen anderer. Genau deshalb wirken Schoenbruns Filme auf mich so

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„Wenn du dich schon einmal vor einem Kunstwerk dumm gefühlt hast…“ – ein toller Newsletter über Kunst

„Wenn du dich schon einmal vor einem Kunstwerk dumm gefühlt hast…“ – ein toller Newsletter über Kunst
(c) Pauline Loroy / Unsplash

Die Kunsthistorikerin Carmen Gonzalez-Borras schreibt seit geraumer Zeit einen tollen Newsletter über Kunst(werke) und ich frage mich, warum ich den hier im Blog nicht schon viel eher mal empfohlen habe. Aber dann kam gestern eine „Marketing“-Mail für die bezahlten Memberships rein, die nochmal toll nach Hause fährt, warum ich diesen Newsletter so sehr schätze.

Gonzalez-Borras erklärt darin, was viele Menschen vom Kunstbetrieb so sehr abschreckt: unter anderem das elitäre Gehabe mancher und die Abgrenzung durch Sprache. Mit ihrem Newsletter versucht sie, genau diese Mauern einzureißen und ich finde das ganz großartig!

Manche glauben, dass Kunst „geschützt“ werden muss,
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