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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 126

Gesehen: Nostalgia (2022)

Gesehen: Nostalgia (2022)
Foto: MFA+ Filmdistribution

Der Film beginnt mit einem Zitat von Pier Paolo Pasolini: „La conoscenza è nella nostalgia. Chi non si è perso non possiede.“ (Hier übersetzt mit: „Die Erkenntnis liegt in der Nostalgie. Wer nichts verloren hat, besitzt sie nicht.“) Aber ist Nostalgie nicht auch immer mit dem verklärten Blick auf sein vergangenes Selbst verbunden? Ist die Nostalgie nicht das, von dem wir uns als Menschen lösen müssen, um klare Sicht zu erlangen und so zur Erkenntnis zu gelangen? Damit hadert dieser Film. Denn die naive Brille der nostalgischen Verklärung abzusetzen, sich ernsthaft mit sich und seiner Schuld auseinanderzusetzen und schließlich auch

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Gesehen: Capernaum (2018)

Gesehen: Capernaum (2018)
(c) Alamode Filmverleih

Konsequent ist, wie der Film die ökonomischen Zwänge, Einbahnstraßen und Sackgassen herausarbeitet, in denen sich so viele Menschen im Nahen Osten befinden, herausarbeitet. Aber vor der Systemfrage scheut der Film zurück – jedoch aus gutem Grund. Denn warum weiter an einem System arbeiten, wenn es bereits unrettbar kaputt ist? Die letztlich durch den Film gestellte Frage ist schließlich noch einmal viel existenziellerer Natur und außerdem universeller, als dass der Westen sich dem entziehen könnte.

Wirklich verhandelt – im wortwörtlichen und im übertragenden Sinne – wird diese Frage jedoch nur bedingt. Wir sehen stattdessen viele Bilder, die zwar einerseits sehr berühren, sich andererseits

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31 Days of Halloween als Newsletter

31 Days of Halloween als Newsletter

Drüben auf Bluesky habe ich das schon vor ein paar Tagen geteilt, aber total vergessen, das auch hier zu empfehlen: Laura E. Halls Pop-up-Newsletter 31 Days of Halloween.

Here’s the deal: I send one email per day for the entire month of October (and one on November 1st, to say farewell)—and that’s it. It pops up like a zombie hand through the dirt of a freshly dug grave and then, when the magic of the holiday has faded, withdraws into the void once more.

Wie es dieses coole Stück Netzkultur schon seit zehn Jahren geben kann und

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Gesehen: Speak No Evil (2022)

Gesehen: Speak No Evil (2022)
(c) Plaion Pictures

Wie der Film mit dem aus einem Leben mit angezogener Handbremse auf den immer gleichen Fahrwegen entwachsenden Unbehagen spielt, wie er ein Aufbrechen dieser verkrusteten Strukturen in scheinbar greifbare Nähe rückt und wie er diese Verheißungen noch vor dem eigentlichen Kipppunkt des Plots schließlich dekonstruiert, das hat mir gefallen. Bis zu diesem Kipppunkt fordert der Film nämlich mit permanenten Ambivalenzen immer wieder heraus und zwingt das Publikum wiederholt dazu, eine eigene Position zu entwickeln und Stellung zu beziehen.

Leider löst sich diese Vielschichtigkeit mit dem letzten Akt in Wohlgefallen auf. Denn hier werden klare Fronten geschaffen, bei denen nicht

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Gesehen: Wasp

Gesehen: Wasp
(c) Cowboy Films, UK Film Council, Film4 Productions

Bei sozialem Realismus aus dem Herzen Englands ist ein Vergleich mit Ken Loach eigentlich unumgänglich. Dem hält Andrea Arnold mit Leichtigkeit stand und findet hier eindeutig eine eigene Handschrift – vor allem durch die im allerbesten Sinne penetrante Handkamera. Die schafft einen filmischen Kontext für den Stress, unter dem in Armut lebende Menschen stehen. Die Kinder müssen ernährt werden, brauchen Kleidung und Dinge für die Schule, während die Werbung ihnen das Gefühl vermittelt, nie genug zu haben, immer mehr zu brauchen, was den sozialen und finanziellen Druck nur noch weiter erhöht. Und wo bleibt da eigentlich noch Raum, selbst in Würde

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Gesehen: Blink Twice (2024)

Gesehen: Blink Twice (2024)
Foto: Warner Bros. Entertainment

Ob der ganzen wohlwollenden Kritiken und positiven Bewertungen frage ich mich, ob ich irgendwie einen anderen Film gesehen habe… Die gütigste Formulierung, die mir einfällt: Ich finde diesen Film aufs Übelste irritierend. Denn es geht hier nicht darum, dass die Anordnung ein immer größeres Unbehagen erzeugt, weil etwas auf mysteriöse Art und Weise nicht stimmt.

+++Spoiler+++

Eigentlich ist relativ schnell klar, dass um Missbrauch und wahrscheinlich sogar konkret um Vergewaltigung geht. Daraus für das Publikum dann ein Spiel à la „Vergewaltigung oder nicht? Geben Sie jetzt ihre Tipps ab!“ zu machen, finde ich ekelhaft.

Davon abgesehen gelingt dem Film

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