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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 124

Gesehen: Trenque Lauquen (2022)

Gesehen: Trenque Lauquen (2022)
(c) Grandfilm

Eine wunderschön schwelgerische, magisch-realistische Geschichte über das menschliche Ringen nach gemeinsamen Erzählungen, nach dem Schreiben eigener Geschichten und nach der Geborgenheit durch das Gute in Geschichten. Es geht um die verführerische Macht, die Geschichten aus den Federn Dritter über uns erlangen können und den Reiz, sich in die Geschichten anderer hineinzuflüchten. Es ist die Suche nach Sinn, nach einem Ziel, das es zu verfolgen lohnt, und die romantische Verheißung des Einklangs mit der Natur und die Sehnsucht, die in dieser Erzählung begründet ist. Hat mich total verzaubert.

★★★★½

AR/DE, R: Laura Citarella, D: Laura Paredes, Ezequiel Pierri, Rafael Spregelburd, Elisa
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Gesehen: La Syndicaliste (2022)

Gesehen: La Syndicaliste (2022)
(c) Weltkino Filmverleih

Das Herz hat der Film auf jeden Fall am rechten Fleck. Ich meine: Eine Gewerkschafterin, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und gegen strukturellen Sexismus in einem mehrheitlich dem französischen Staat gehörenden Konzern einsetzt und an deren Leben sich parallel der desaströse gesellschaftliche Umgang mit Opfern sexueller Gewalt erzählen lässt, what’s not to „like“?

Leider scheitert der Film bereits auf Drehbuchebene, bevor überhaupt die erste Kamera angeschmissen wurde. Über weite Strecken strengt der Text überdeskriptive Dialoge an, als ob wir nicht bereits sehen würden, dass hier Ungerechtigkeiten passieren. Letztlich wirkt es so, als ob man sich hier lange im

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Gesehen: Los delincuentes (2023)

Gesehen: Los delincuentes (2023)
(c) Mubi

Als der Film in Richtung magischer Realismus gekippt ist, wusste ich: Die mehr als dreistündige Laufzeit ist mir noch nicht genug! 😅

Es ist die Verheißung, der urbanen Einöde entfliehen zu können, die Ketten des Kapitalismus zu sprengen und sich im Paradies von den Sirenen verführen zu lassen, mit der hier gespielt wird. Die beiden verlorenen Seelen und die drei verführerischen „Sirenen“ tragen allesamt zueinander anagrammatische Namen. So lässt sich etwa aus den Figuren lesen, was war, was ist und was wird. Die Sirenen als Manifestation von Sehnsüchten, Träumen und Bedürfnissen.

Aber zu Hause in der Großstadt, in der

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Gesehen: Occupied City (2023)

Gesehen: Occupied City (2023)
(c) Mubi

Für mich hat sich OCCUPIED CITY als überaus produktives Arrangement entpuppt. Den Bildern, die Steve McQueen hier sucht und findet, haftet etwas sehr Direct-Cinema-artiges à la Frederick Wiseman an. Gleichzeitig mittendrin, aber eben auch die nicht weiter beachtete Fliege an der Wand.

Die Kamera, ihre Positionierung und Bewegung machen aus OCCUPIED CITY gewissermaßen eine Gespenstergeschichte. Die Kamera ist böser und mahnender Geist zugleich, der ein Tor zwischen Vergangenheit (in Form von Bianca Stigters Text) und Gegenwart (Steve McQueens Bilder) öffnet.

Daraus produziert der Film eine ganze Reihe von Irritationen, die jedoch letztlich die aufgestoßenen Denkräume klug erweitern. Waren

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Gesehen: Ghostbusters: Frozen Empire (2024)

Gesehen: Ghostbusters: Frozen Empire (2024)
(c) Sony Pictures Entertainment Deutschland

Um direkt die offensichtlichen Wortwitze aus dem Weg zu schaffen: Der Film hat mich komplett kaltgelassen und ging mir gleichzeitig unfassbar auf den Geist.

Es ist wahnsinnig uninspiriert und ermüdend, dass dieser Film ein Film für alle sein will und deshalb ein Film für niemanden ist. Aber die Ghostbusters von damals™, die neue Familiendynamik und eine Handvoll quirky Nebenfiguren mit all ihren Eigenheiten unter einen Hut zu bekommen, ist ein aussichtsloses Unterfangen.

Das Festhalten an der alten Dynamik hat sich überholt. Die PG-13-Familie, für die „what the fudge“ gesagt wird und in der Carrie Coon und Paul Rudd

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I could do that. Why am I not doing that? – Dan Olson beim letzten XOXO Festival

I could do that. Why am I not doing that? – Dan Olson beim letzten XOXO Festival
(c) XOXO Festival

Neulich ging das von meinem Domizil diesseits des Atlantiks aus immer mit großem Neid beobachtete XOXO Festival zum letzten Mal über die Bühne. Nun landen die Talks Stück für Stück auf Youtube und unter den ersten Videos ist auch der von mir bereits hier abgefeierte Dan Olson – passenderweise zum von mir im vorherigen Satz bemühten Thema Neid.

Er beschreibt aus sehr persönlicher Sicht einen Struggle, den Menschen, die auch nur im entferntesten Sinne kreativ arbeiten, auch meiner Erfahrung nach sehr oft durchmachen.

Ich kenne es jedenfalls nur zu gut, ein Video zu sehen, einen Podcast zu hören, einen Newsletter zu

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