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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 122

Gesehen: C'è ancora domani (2023)

Gesehen: C'è ancora domani (2023)
(c) Tobis Film

Dieser Figurenkonstellation mit stellenweise fast schon Slapstick-artigem Humor zu begegnen, hat mir überraschend gut gefallen. Formal stehen diese Momente in krassem Gegensatz zum eigentlichen Geschehen, tun deren Härte jedoch nie Abbruch und sorgen letztlich für das berühmte im Halse steckenbleibende Lachen.

Letztlich geht es auch um den Umgang mit Traumata. Das Trauma der Kriegsgenerationen mag bestimmte Verhaltensmuster erklären, aber auch Trauma ist niemals eine Entschuldigung dafür, keine Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen. Die Männer begreifen das nicht, sie leben in einer untergegangenen Welt. Die Frauen hingegen lassen sich nie endgültig brechen und unternehmen trotz existenzieller Bedrohung alles,

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Gesehen: Woman of the Hour (2024)

Gesehen: Woman of the Hour (2024)
(c) Eurovideo

Es ist dem Film deutlich anzumerken, dass er Anna Kendricks Regiedebüt ist. Aber nicht, weil er dilettantisch oder unsicher daherkommt. Viel mehr, weil er mit aller Kraft versucht, cool auszusehen und abgeklärt smooth zu flowen, bloß keinen bildästhetischen Makel zuzulassen. Das gelingt Kendrick auch – zum Preis einer total kühlen und mechanischen Krampfigkeit, die den kompletten Film durchzieht und nie gänzlich abgeschüttelt werden kann.

Was mir nicht so recht in den Kopf will, ist die Entscheidung, derart große Teile der Geschichte aus der Perspektive des Serienmörders Rodney Alcala zu erzählen. Denn das verurteilt einen konventionell inszenierten Film wie diesen zum

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Gesehen: Jackpot! (2024)

Gesehen: Jackpot! (2024)
(c) Amazon Studios

Alle, die mehr als zwei Filme in ihrem Leben geschaut haben: „Mittlerweile gibt es doch genug Stoff, in dem John Cena die Erwartungen an einen vermeintlichen Meathead-Wrestler unterläuft mit seinem weichherzig-sensiblen Nerd-Shtick..."

Regisseur Paul Feig und Drehbuchautor Rob Yescombe unisono: „Hold my bear!"

...und damit verlassen die beiden nach drölfzig Bier dann die Kneipe und beschließen den Abend, der mit einem „What if THE PURGE, but funny?" startete. (Das ist dann auch die einzige wirklich Idee des Films.)

★½☆☆☆

US, R: Paul Feig, D: Awkwafina, John Cena, Simu Liu, Ayden Mayeri, Donald Watkins, Machine Gun Kelly, Seann William
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Gesehen: The Pod Generation (2023)

Gesehen: The Pod Generation (2023)
(c) Splendid Film

Als reine Tech-Dystopie betrachtet ist dieser Film uninspiriert und uninteressant. Hier wabern lediglich viel zu vage Konzepte durch die Welt, denen zwar nicht unbedingt wohlwollend, aber auf jeden Fall seltsam indifferent begegnet wird.

Aber der Kern des Films ist ein anderer und die gesellschaftlichen Implikationen Technologischen Fortschritts sind gar nicht sooo wichtig. Vielmehr geht es um die Konzerne hinter den Technologien, die ihr absurdes Vermögen für die endgültige Demontage des Staates einsetzen und mit neoliberaler Rhethorik ihr autoritäres Bestreben verschleiern.

★★½☆☆

BE/FR/GB/US, R: Sophie Barthes, D: Emilia Clarke, Chiwetel Ejiofor, Rosalie Craig, Vinette Robinson, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Les innocents aux mains sales (1975)

Gesehen: Les innocents aux mains sales (1975)
(c) Zweitausendeins

Romy Schneiders Figur kann hier noch so ausgefuchste Pläne zum Ausbrechen aus ihren Leben genannten Gefängnis schmieden und sich mit vermeintlichen Verbündeten im Rücken sicher fühlen – an irgendeinem Punkt des Planes wird sie unweigerlich an einen Mann geraten und dieser Mann wird ihr in den Rücken fallen.

Die hier beschriebenen Strukturen haben bis heute, fast 50 Jahre nach Erscheinen des Films, nahezu unverändert Bestand. Mit 18 hat die Protagonistin einen deutlich älteren und offenkundig stinkreichen Mann geheiratet. Warum also eine eigene Existenz aufbauen, wenn man sowieso schon „abgesichert" ist? Doch diese finanzielle und somit existenzielle Abhängigkeit wird so im

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Gesehen: Reality+ (2014)

Gesehen: Reality+ (2014)

Jetzt fühlt sich THE SUBSTANCE für mich wie ein Prequel an. Denn hier ist es bereits in der gesellschaftlichen Breite angekommen und anerkannt, sich alle zwölf Stunden für einen halben Tag lang ein anderes, als schöner empfundenes Aussehen verpassen zu können. Daraus ergeben sich ganz neue Fallstricke – etwa die Freilegung eines tief im Bewusstsein verankerten, monokulturellen Verständnisses von Schönheit und einer immer uniformer, stumpfer, klinischer werdenden Ästhetik des öffentlichen Raums.

FR, R: Coralie Fargeat, D: Vincent Colombe, Aurélien Muller, Vanessa Hessler, Aurélia Poirier, Samuel Trépanier, Wikipedia

Der Kurzfilm steht in Gänze auf Youtube:

Reality+ - Stream: Jetzt Film online finden
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