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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 120

Gesehen: Il Buco (2024)

Gesehen: Il Buco (2024)
(c) Doppio Nodo Double Bind / Rai Cinema / Essential Films / Société Parisienne de Production / ZDF / Arte France Cinéma

Die Klarheit der Bilder ist eine Illusion. Die Klarheit dieser Bilder ist eine Illusion.

Der Versuch etwas zu verstehen, zu durchdringen ist auch immer mit einem Eindringen verbunden und hat invasive sowie übergriffige Qualitäten. Das löst unweigerlich eine Gegenreaktion des Gegenstands der Betrachtung aus, provoziert sie mitunter auch bewusst – und zieht so bereits die erste Ebene der Diffusion ein.

Werden wir jemals die reine Essenz einer Entität beschreiben können? Denn letztlich ist ein klarer Blick unmöglich. Der Blick an sich ist bereits Akt der Zerstreuung, Erzählungen, Zeichnungen, Fotos, Filmaufnahmen erst recht. Und ihnen wohnt auch immer etwas Ausbeuterisches

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Kinotagebuch: The Outrun (2024)

Kinotagebuch: The Outrun (2024)

Es ist unheimlich, wie nah sich Nora Fingscheidt mit Saoirse Ronan in der Hauptrolle an die brutale Vereinzelungserfahrung vor dem Hintergrund einer psychischen Erkrankung heraninszeniert. Der Film zeigt eine längst aufgerissene Wunde, die nie wieder verheilen wird. Das ist die bittere Wahrheit des Films und unseres Lebens. Kein Glücksbringer, kein Kampf mit den Elementen wird diese Wunde jemals verheilen lassen. Es gibt Dinge, die sich einfach niemals bewältigen lassen, und damit einen Umgang zu finden, ist eine lebenslange Aufgabe. Verklärter Optimismus liegt dem Film also fern. Aber er macht Mut und schürt Hoffnung – für die Protagonistin Rona, für uns, für

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Gesehen: My First Film (2024)

Gesehen: My First Film (2024)
(c) Mubi

Was dieser Film ziemlich gut beherrscht, ist eine durchgängig unangenehme Stimmung zu halten – und zwar letztlich nicht unbedingt nur durch das Geschehen, sondern alleine durch die zeitliche Einordnung. Diese Figuren, allesamt ältere Millennials, wurden gerade erwachsen, als 9/11 passierte. Schickten sich an, endlich die Zügel ihres Lebens in die Hand zu nehmen, als die Weltwirtschaft vor die Wand fuhr. Wie ist das, wenn man live im Fernsehen dabei zusieht, wie 3.000 Menschen sterben und danach die Welt immer und immer enger wird? Wie damit umgehen, ohne komplett dem Nihilismus zu verfallen?

Auch gefallen hat mir, dass mir

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Gesehen: Stella. Ein Leben. (2023)

Gesehen: Stella. Ein Leben. (2023)
(c) Majestic Film

Ich bin mir nicht sicher, was dieser Film inszenatorisch versucht, aber immerhin versucht er irgendwas und lässt sich nicht komplett von Schuss, Gegenschuss, Halbtotale von den drei apokalyptischen Reitern des deutschen Historienschinkens vereinnahmen. Die Gleichung geht am Ende nur leider trotzdem nicht auf und so bleibt eine sehr komische Melange aus unkonventionellen Blenden und keinem Zweck dienender Farbspielerei übrig.

Ansonsten veranstaltet der Film mit seiner Protagonistin eine Art historischen Domino Day – ehe man sich versieht, ist bereits ein Großteil der Steine umgerissen worden und man hat gar nicht gesehen, was den ersten Stein überhaupt so richtig ins Wanken gebracht&

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Gesehen: Tomorrow Never Dies (1997)

Gesehen: Tomorrow Never Dies (1997)
(c) Eon Productions / MGM

Dass das natürlich weiterhin sexistischer Quatsch ist, der vor lauter Klischees regelrecht trieft, ist fast schon nicht weiter erwähnenswert. Aber komplett faul ist der Film dann auch wieder nicht. Denn er registriert in dieser Zeit in den Jahren nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs, dass die bisher bipolare Welt eine Neuordnung erfährt und was einst so vermeintlich klar abzustecken war, nach und nach zersetzt wird.

Klar, Westen und Osten gibt es immer noch. Aber hier geht es um eine dritte Macht, die durch reine Konzentration von Kapital entsteht und dann missbraucht wird. Eigentlich ist es ein abschreckendes Beispiel dafür,

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Kinotagebuch: The Room Next Door (2024)

Kinotagebuch: The Room Next Door (2024)

Zugegeben, es hat ein bisschen gedauert, bis mir klar geworden ist, dass hier beim Dialogbuch gar nichts schiefgelaufen ist. Denn vieles fühlt sich nach dem Vorlesen von groben Outlines von Szenen und Unterhaltungen an, in denen die Figurenbewegung und Inhalt klar und mit groben Strichen skizziert werden.

Aber weil sich das konsequent durch den gesamten Film zieht und Pedro Almodóvar nun auch kein Anfänger ist, muss die Frage gestellt werden: Ist das Absicht und gar keine Unfähigkeit? Ich jedenfalls glaube schon.

Die Sprache ist zentrales Mittel innerhalb dieser Versuchsanordnung, mit der Almodóvar versucht herauszufinden, was die Menschen untereinander

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