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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 112

Gesehen: Bad Boys: Ride or Die (2024)

Gesehen: Bad Boys: Ride or Die (2024)
(c) Sony Pictures Entertainment Deutschland

Es ist erstaunlicherweise nicht der erwartete Mülltonnenbrand geworden. Denn eins muss man dem Film lassen: Er ist bemerkenswert weit entfernt von einer „Wir sind zu alt für den Scheiß. Außerdem darf man ja gar nichts mehr sagen!"-Nummer. Vielmehr steht hier das Bewusstsein im Vordergrund, dass das Vermächtnis des Franchise nichts ist, worauf man erstens stolz sein kann und zweitens worauf man weiter aufbauen sollte. Denn sexistische Machoscheiße ist kein Fundament, auf dem es sich zu bauen lohnt.

RIDE OR DIE weiß das und nutzt deshalb sein Budget von geschätzten 100 Millionen US-Dollar(!) dafür, andere Genrevertreter, die konsequent durch den

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Gesehen: Electric Fields (2024)

Gesehen: Electric Fields (2024)
(c) Sabotage Filmkollektiv, Zurich University of the Arts

Letztlich hat sich der Film für mich tatsächlich über den Titel erschlossen. Wir alle wissen, was durch elektrische Energie, durch Strom möglich (geworden) ist. Wir alle haben ein rudimentäres Verständnis von der Physik hinter Strom. Aber irgendwie haftet dem auch etwas Unerklärliches, weil nicht Greifbares an.

Was aus dieser kleinen Dose in der Wand fliest, ist für den Urmenschen in uns doch irgendwie Magie – Magie, die unser aller Leben durchdringt, unseren Alltag bestimmt und auch Sinnbild für unser Miteinander, unsere Kommunikation ist.

Dem nähert sich der Film verführerisch leichtfüßig. Er macht sich fast schon lustig über die prätentiöse Bildmetaphorik ähnlicher

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Wiedergesehen: Carol (2015)

Wiedergesehen: Carol (2015)
(c) Leonine Studios Spielfilm

Zum ersten und bisher einzigen Mal gesehen habe ich den Film vor fast acht Jahre. Von damals besonders in Erinnerung sind mir die vielen leisen Momente des Films geblieben, die mich auch jetzt wieder berührt haben. Die flüchtigen Blicke, die zögerlichen Berührungen, die Unsicherheit in der Sprache – all das inszeniert Todd Haynes wirklich meisterhaft, und dass es dafür natürlich auch ebenso meisterhafte Schauspielerinnen wie Cate Blanchett und Rooney Mara braucht, ist klar.

Was ich jedoch ziemlich sicher erst jetzt wirklich so klar im Vordergrund wirklich wahrgenommen habe, ist die toxische Dynamik, das immense Machtgefälle und die regelrecht missbräuchliche Natur der

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Gesehen: Vampire humaniste cherche suicidaire consentant (2023)

Gesehen: Vampire humaniste cherche suicidaire consentant (2023)
(c) Art et essai, h264
💡
CN Suizidalität

Coming of Age mal beiseitegeschoben, geht es hier doch um eine von der Adoleszenz losgelöste Frage, der sich jede*r von uns stellen muss: Wie werde bzw. bleibe ich ein empathischer Mensch, wenn doch die Welt um uns herum immer unempathischer wird?

Die Szene, in der die Vampirin Sasha zögerlich ihr angedachtes Opfer Paul mit zu sich nach Hause nimmt, Brenda Lees "Emotions" auflegt, die Musik durch ihren Körper fährt und sie für einen Moment ihr Vampirsein vergessen lässt, gehört zu den schönsten Momenten, die ich in den vergangenen Jahren im Film sehen durfte.

Wiederum uneinig mit mir

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Kinotagebuch: Moana 2 (2024)

Kinotagebuch: Moana 2 (2024)

Eigentlich gefällt mir, wie der Film nicht vor finsteren Momenten zurückschreckt und dabei von einer klaren Comic-Ästhetik sogar in eine nach düsterem Realismus strebende Bildsprache kippt. Aber das alleine reicht natürlich noch nicht, um dem auf banalste Motive reduzierten Folklore-Kitsch und wahnsinnig einfältigen Liedern etwas entgegensetzen zu können. Außerdem ist eine Geschichte vom Überwinden des Isolationismus automatisch weniger Wert, wenn sie nicht ohne die Erzählung vom Tod im Dienste des eigenen Volkes auskommt.

Ein absolut wilder Moment: Der von Halbgott Maui halb gerappte Song klingt einfach wie „Bitte bitte" von den Ärzten.

★★☆☆☆

US, R: David G. Derrick Jr., Jason Hand,
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Gesehen: Die Rebellion (1993)

Gesehen: Die Rebellion (1993)
(c) ORF, WEGA-Film

Die deutsche Nationalhymne über Schlachtszenen aus dem Ersten Weltkrieg zu legen, ist sicherlich nicht so radikal, wie es hier versucht wird zu insinuieren. Aber es trifft dennoch den richtigen Nagel auf den Kopf.

Zwischen dem Protagonisten Andreas und Hitler lassen sich nämlich ein paar Parallelen entdecken: von den mitunter desillusionierenden Erfahrungen im Ersten Weltkrieg bis zur Sehnsucht nach autoritärer Hand und militärischer Ordnung statt einer demokratischen Republik.

Beide entscheiden sich für den Tod – Hitler für den von Millionen von Menschen und Andreas gewissermaßen für seinen eigenen.

Haneke also schon tief im gesellschaftlichen Abgrund, der sich nie geschlossen hat.

★★★½☆

AT, R:
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