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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 109

Gesehen: Emmanuelle (1974)

Gesehen: Emmanuelle (1974)
(c) Studiocanal

Nichts von dem kam für mich überraschend. Aber selbst nach Abzug einer eigentlich nicht angebrachten Toleranz ob des Entstehungszeitraums von Film und Romanvorlage ist das weiterhin ziemlich verachtenswert. Rassistische Stereotype, koloniales Anspruchsdenken und natürlich Rape Culture – all das propagiert der Stoff unter dem Vorwand, sexuelle Emanzipation voranzutreiben. Stattdessen wird die Figur der Emmanuelle patriarchaler Gewalt zum Fraß vorgeworfen.

½☆☆☆☆

FR, R: Just Jaeckin, D: Sylvia Kristel, Alain Cuny, Marika Green, Daniel Sarky, Jeanne Colletin, Christine Boisson, Gabriel Briand, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Bad Director (2024)

Gesehen: Bad Director (2024)
(c) Weltkino, Alpenrepublik

Neben all den offensichtlichen Problemen dieses Films stößt mir, glaube ich, am sauersten auf, wie feige und arrogant er ist. Schlamm in alle Richtungen werfen, ist leicht – völlig egal, auf wie viel fruchtbaren Boden er dabei fallen mag. Aber bei all dem vulgären Getöse sollte nie übersehen werden, dass hier Schuld immer nur die anderen haben: die Schauspieler:innen, die Produzent:innen, die Setmitarbeiter:innen, das Publikum und die Sender. Dass es in diesem Film auch der Regisseur ist, ist – auch mit Cameo von Oskar Roehler selbst – keine Selbstironie und schon gar keine Selbstkritik, sondern der feige Fuß in der

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Fortschritt zurück: Zuckerberg stampft unabhängige Faktenchecks ein

Fortschritt zurück: Zuckerberg stampft unabhängige Faktenchecks ein
(c) Snowscat / Unsplash

Dass Elon Musk das Internet und in Konsequenz die Welt zu einem objektiv schlechteren Ort macht, beziehungsweise machen will, ist unstrittig. Was mich letztlich nicht wundert, aber dennoch erschreckt: Wie schnell die großen Tech-CEOs vor dem noch nicht mal die Geschäfte führenden Donald Trump auf die Knie gegangen sind, um ihn mit Geld zu beschmeißen und ihm in vorauseilendem Gehorsam die Füße zu küssen.

Facebooks Herrscher Mark Zuckerberg stimmt nun auch (wieder) mit in den von Musk dirigierten Chor ein. Bruna Horvath hat bei NBC News aufgeschrieben, was Zuckerberg in einem Video angekündigt hat:

"We're gonna get back to our
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Gesehen: Witness for the Prosecution (1957)

Gesehen: Witness for the Prosecution (1957)
(c) capelight pictures

„Boys will be boys", das hatte wohl auch schon Agatha Christie oft genug gehört und Billy Wilder hat genau dieses Sujet zu Recht in seiner Verfilmung derart vordergründig erhalten.

Wie hier ohne mit der Wimper zu zucken einem Mann beigesprungen wird, der zu keiner Sekunde glaubwürdig von sich sagen kann, eine Frau ihres Geldes wegen nicht ermordet zu haben. Wie eine Frau mit Hochgenuss vor Gericht zerlegt wird, während dem armen des Mordes beschuldigten Mann die harten Fragen erspart werden, weil er ja sowieso schon so unter Stress steht.

Das sind Konstellationen, nach denen wir selbst 100(!) Jahre nach Erscheinen

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Gesehen: The Protagonists (1999)

Gesehen: The Protagonists (1999)
(c) Medusa Film, Tele+, Surf Film

Wie formen mediale Bilder unsere Wahrnehmung der Realität? Denn ein Bild scheint nie gänzlich vertrauenswürdig oder frei von Manipulation zu sein. Ein Bild konstruiert Wahrheiten, die nicht immer objektiv sind.

Es geht um unsere morbide Faszination mit Gewalt und der Medialisierung des Todes. Und um die Erotik des Abgründigen.

Guadagnino wirft viele Bilder an die Wand, von denen am Ende jedoch zu wenige hängen bleiben. Der fehlende Fokus sollte hier am Ende nicht mit einem künstlerischen Aufbrechen der Motive verwechselt werden.

★★★☆☆

IT, R: Luca Guadagnino, D: Tilda Swinton, Fabrizia Sacchi, Andrew Tiernan, Claudio Gioè, Paolo Briguglia, Michelle Hunziker, Jhelisa, Laura
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Gesehen: Renfield (2023)

Gesehen: Renfield (2023)
(c) Universal Pictures International Germany

Dieser Versuch, Bram Stokers Welt bis in unsere Zeit weiterzudrehen, scheitert, weil die dafür eingesetzten Mittel aus der Zeit gefallen sind. Würde sich Dracula heute nicht viel mehr auf die Seite der Großkonzerne schlagen?

Heute würde der Graf nicht den einen dicken Immobiliendeal einfädeln, sondern einen Straßenzug nach dem anderen schlucken, die Mieter*innen in den dortigen Häusern bis auf den letzten Tropfen aussaugen und sie schließlich zwecks Luxussanierung des Wohnungsbestands wie nasse Säcke auf die Straße werfen.

Ob genau mit diesem Beispiel ein besserer Film aus RENFIELD geworden wäre, weiß ich auch nicht. Was ich damit jedoch ausdrücken möchte:

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