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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 106

Gesehen: Rain Man (1988)

Gesehen: Rain Man (1988)
Dustin Hoffman und Tom Cruise in „Rain Man" // (c) MGM Home Entertainment, Twentieth Century Fox Home Entertainment

Zwischen dem Kapitalismus und der Figur von Tom Cruise lassen sich schon einige Parallelen ziehen. Er geht mit seinem Bruder um, wie mit einem Arbeitshund. Er schreit ihn immer und immer wieder an in der ignoranten Hoffnung, sein Anliegen dadurch begreiflicher zu machen. Jeder tatsächliche Versuch, seinem Bruder auf Augenhöhe zu begegnen, ist durch Profitmaximierung motiviert. Ebenbürtig – und eigentlich nicht mal das – ist nur, wer ihm Geld in die Tasche schaufeln kann. Der Wert eines Menschen bemisst sich hier nur an seiner Wirtschaftskraft.

Schwierig sind natürlich das klischierte Spiel Dustin Hoffmans, das bei der Beschreibung einer Autismus-Spektrum-Störung unterkomplexe Drehbuch und

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Gesehen: Emmanuelle 5 (1987)

Gesehen: Emmanuelle 5 (1987)
Monique Gabrielle in „Emmanuelle 5" // (c) AS Productions, Sofima

Das gehört wirklich zum Bizarrsten, was ich bisher gesehen habe. Irgendwie will dieser Film Cannes und die Filme, für die Cannes steht, der Prüderie und der Scheinheiligkeit überführen.

Nur bleibt er bis zur letzten Sekunde jeglichen Beweis schuldig und bietet obendrauf selbst nichts Eigenes an – nicht einmal mit einer gewissen Verve inszenierte Sexszenen, sondern selbst die sind eine Aneinanderreihung von starren, ewig gleichen Bildern, die sich schneller Abnutzen als die Darsteller:innen einen Höhepunkt vortäuschen können.

Dieser Film ist ein derart katastrophal geschnittenes Stück Elend, das komplett taktlos ein wirres Szenengeballer abfeuert, dass mir jedes weitere Wort fehlt...

½☆☆☆☆

FR, R:
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Gesehen: Live from Baghdad (2002)

Gesehen: Live from Baghdad (2002)
Helena Bonham Carter und Michael Keaton in „Live from Baghdad" // (c) HBO

In den Momenten, in denen die inneren Abläufe und grundlegenden Mechanismen des 24-Stunden-News-Cycles an die Oberfläche treten, neigt der Film zu übermäßiger Didaktik und traut seinem Publikum offenbar nicht zu, aus den Bildern eigene Schlüsse zu ziehen.

Doch diese Momente des Erklärfernsehens sollen nicht überschatten, dass der Film durchaus gelungen und akribisch die grundlegenden Probleme eines Rund-um-die-Uhr-Mediums mit journalistischem Inhalt nachgeht. Hier scheint durch, dass das noch junge CNN schon früh verloren schien.

Denn der Film beginnt nicht, wie man vielleicht erwarten könnte, mit einem Haufen von idealistischen Journalist:innen, die schließlich am ökonomischen Druck und dem auferlegten Zwang zur

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Neuer Newsletter bündelt Faktenchecks zur Bundestagswahl 2025

Neuer Newsletter bündelt Faktenchecks zur Bundestagswahl 2025
(c) Glenn Carstens-Peters / Unsplash

Das ist sicherlich ein hilfreiches Angebot für die bevorstehenden Wochen des Wahlkampfes, die sicherlich mitunter schmutzig und in vielen Familien und Freundeskreisen für Diskussionen sorgen werden: Das German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO) verschickt ab sofort einen wöchentlichen Newsletter, in dem die wichtigsten Faktenchecks zu Falschmeldungen rund um die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 gesammelt werden sollen.

Geschrieben wird der Newsletter von Correctiv, er Deutschen Presse-Agentur, der Agence France Presse und der Austria Presse Agentur, die selbst seit Jahren mit eigene Faktencheck-Angeboten am Markt sind. Die Koordinierung des Projekts übernimmt das Institut für Journalistik an der TU Dortmund. Ein paar Beispiele

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Also nun auch Neil Gaiman hier im Blog

Also nun auch Neil Gaiman hier im Blog
Neil Gaiman auf der SXSW 2019 // (c) Ståle Grut/NRKbeta unter CC BY-SA 2.0

Ich habe nun ein paar Tage überlegt, ob ich hier im Blog über die an Neil Gaiman gerichteten Vorwürfe hinsichtlich sexualisierter Gewalt, Machtmissbrauch und mehr schreiben soll. Denn zu Gaiman und seinem Schaffen habe ich nur sehr minimale Berührungspunkte. Gelesen habe ich keine seiner Geschichten, geschaut habe ich nur die beiden Staffeln von Good Omens bei Prime Video. Teile seines sonstigen Schaffens sind mir nur bekannt, weil sie eben durch das kollektive Popkulturgedächtnis wabern.

Aber ich setze mich hier im Blog ja einigermaßen konstant kritisch mit Kultur auseinander. Dazu sollten dann auch die Kulturschaffenden, deren Netzwerke und das System™ gehören.

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Gesehen: Secretary (2002)

Gesehen: Secretary (2002)
Maggie Gyllenhaal in „Secretary" // (c) Tiberius Film

Das ist in seinem Rahmen durchaus eine ernstzunehmende Betrachtung von BDSM-Beziehungen und den darin herrschenden Machtstrukturen. Denn dass ein substanzieller Teil dieser Macht tatsächlich beim unterwürfigen Teil der Beziehung liegt, ist ein Punkt, der in auf Breitenwirkung abzielenden Produktionen gerne unter den Tisch fallen gelassen wird.

Klischees sind eben der Weg des geringsten Widerstands. Aber hier wird klar herausgearbeitet, dass der dominante Part seine Bedürfnisse nur befriedigen darf, wenn der unterwürfige Part dem zustimmt. Mit dieser Zustimmung steht und fällt die Beziehung, also ist dort auch die Macht zu verorten.

Davon abgesehen fühlt sich die Geschichte auch so gut an,

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