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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 104

DVG sammelt „Zehn Dinge, um nicht zynisch zu werden und demokratisch zu bleiben"

DVG sammelt „Zehn Dinge, um nicht zynisch zu werden und demokratisch zu bleiben"
(c) Jon Tyson / Unsplash

Als Donald Trump gestern als Präsident vereidigt wurde und Elon Musk zweimal nacheinander den Hitlergruß zeigte, kippte meine Bluesky-Timeline. Es gab viele treffende, richtige und wichtige Kommentare, aber eben auch genügend, die einfach nur der Empörung wegen die Clips immer und immer wieder teilten.

Seitdem frage ich mich wieder, wie ich die kommenden Jahre – nicht nur in Bezug auf Trump und seine Fascho-Clique – in Sachen Psychohygiene auf Social Media angehen soll. Bisher sträube ich mich noch dagegen, reihenweise Menschen zu entfolgen. Denn meine Timeline habe ich eigentlich gut kuratiert und möchte diese Stimmen auch in Zukunft nicht missen.

Außerdem möchte

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Gesehen: Alphaville (1965)

Gesehen: Alphaville (1965)
Eddie Constantine und Anna Karina in „Alphaville" // (c) Studiocanal, Arthaus

Es ist ein Ankämpfen gegen einen politischen und gesellschaftlichen Konservatismus, gegen den hier angekämpft wird. Wer nicht gegen die Teufel:innen ankämpft, macht sich mitschuldig, wenn sich das autoritäre Regime festwurzeln, Menschen entmündigen und eine demokratische Errungenschaft nach der anderen einreißen. Danach braucht auch niemand mehr selbstständig zu denken, denn das übernimmt die totalitäre Spitze der Gesellschaft für dich.

Mich holen diese Gedankengänge nie sonderlich hinterm Ofen hervor, aber ich kam nicht darum herum, gerade diesen Godard auf das Filmbusiness zu beziehen. ALPHAVILLE lässt sich auch als wütende Abrechnungen mit einer Branche lesen, die nur mit der Vergangenheit oder der

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Gesehen: The Pianist (2002)

Gesehen: The Pianist (2002)
Foto: Studiocanal, Arthaus

Es ist durchaus beachtlich, dass sich der Film trotz des unsagbaren Elends nicht zu einem Elendsporno auswächst. Ja, Polański zeigt schlechte Menschen, die anderen Menschen Unsägliches antun. Aber er suhlt sich mit seinen Bildern letztlich nie darin.

Es sind Bilder, die zeigen, wie ein ganzes Volk von der Bildfläche verschwindet. Wie Adrien Brody als Władysław Szpilman durch das praktisch komplett menschenleere Warschauer Ghetto läuft, durch Straßen, die von vereinzelten Leichen und den letzten zurückgelassenen Habseligkeiten derer, die kurz zuvor in den Zug nach Treblinka gesteckt wurden. Später durch die grauen Ruinen einer in Folge des Warschauer Aufstandes zerstörten Stadt.

Das

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Gesehen: Rosa Luxemburg (1986)

Gesehen: Rosa Luxemburg (1986)
Barbara Sukowa in „Rosa Luxemburg" // (c) Studiocanal, Arthaus

Schon ein bisschen spröde und behäbig, aber Margarethe von Trotta tut trotzdem einiges dafür, hier nicht nur ein ultrakonventionelles, glatt gezogenes Biopic zu inszenieren.

Der Verzicht auf eine streng lineare Erzählweise kontrastiert immer wieder neu die Ideale Rosa Luxemburgs und die Notwendigkeit dieser mit der Welt im Wandel, der Gesellschaft im Wandel, der Sozialdemokratie im Wandel.

Ein bisschen Behäbigkeit ist schließlich verschwunden, als klar wurde, dass von Trotta hier keinen Wert darauf legt, möglichst opulentes historisches Puppentheater zu spielen. Mit unter anderem Karl Liebknecht, Clara Zetkin und August Bebel tauchen zwar auch andere „Titan*innen" der deutschen Sozialdemokratie auf, aber

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Die ARD-Audiothek: Ein unnötiges öffentlich-rechtliches Silo

Die ARD-Audiothek: Ein unnötiges öffentlich-rechtliches Silo
(c) Natalie Kuhl / Unsplash

Die ARD-Audiothek ist ein tolles und absolut sinnvolles Produkt, um die Programmvielfalt der neun Landesrundfunkanstalten plus der drei Sender des Deutschlandradios abzubilden und zu bündeln. Was jedoch eine Frechheit ist: In der Entwicklung dieser Plattform sind mutmaßlich richtig dicke Summen gesteckt worden – und dann verweigert man sich Standards und Gepflogenheiten beim Publizieren von Podcasts.

RSS-Feeds für Inhalte aus der Audiothek gibt es nicht. Warum nicht? Diese Frage – „Warum bietet die ARD Audiothek keine RSS-Feeds der Podcasts an?" – stellt die ARD sogar selbst auf der korrespondierenden Hilfeseite. Die Antwort empfinde ich als blanken Hohn, denn natürlich geht sie auf das „Warum"

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Gesehen: Lee (2023)

Gesehen: Lee (2023)
Kate Winslet in „Lee" // (c) Studiocanal

Wie dieser Film im Abspann noch einmal selbst betont, war Lee Miller eine der wichtigsten Kriegsberichterstatter*innen unserer Zeit. Und dann erzählt ihr mit dieser Engstirnigkeit ihre Geschichte?

Die Filmfigur Lee Miller ist eine getriebene Frau – jedoch über weite Strecken nicht von ihren eigenen Überzeugungen, sondern weil sie auf Männer reagiert. Das schmälert letztlich auch ihre Arbeit, der dieser Film kaum gerecht wird und die auch nur selten wirklich nachempfunden wird.

Vom fotojournalistischen Prozess, dem künstlerischen Aspekt und dem Idealismus dahinter ist im ganzen Film kaum auch nur ein Hauch zu spüren.

Völlig bizarr ist auch der regelrecht publikumsverachtende Geschichtsunterricht,

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