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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 102

Gesehen: Drei Wege zum See (1976)

Gesehen: Drei Wege zum See (1976)
Foto: ORF, SWR (SWF)

Kann man jemals den Ort, an dem man aufgewachsen ist und damit seine formativen Jahre verbracht hat, samt den dort gemachten Erfahrungen hinter sich lassen? Vielleicht ist man aber auch dazu verdammt, auf ewig an diesem Ort gefangen zu sein. Immer und immer wieder die gleichen Erfahrungen zu machen, dieselben Gefühle zu fühlen – egal, wo man sich auf der Welt befindet. Die Gegenwart entpuppt sich als Echo der Vergangenheit, das zwischen den Mauern der menschlichen Existenz bis zum Tod widerhallt.

Gibt es Hoffnung, ausbrechen zu können? Haneke verneint das – kurz vor Ende des Films ganz konkret durch den Erzähler, aber

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Gesehen: Golden Eighties (1986)

Gesehen: Golden Eighties (1986)
(c) Fondation Chantal Akerman

Dass gerade französische Musicals schon früh und offensiv das Verhältnis zwischen Mann und Frau verhandelten, ist nicht neu. Was mir so jedoch noch nicht in diesem Umfang begegnet ist, ist der Blick durch die sozioökonomische Brille, die sich Chantal Akerman hier in ihrem zumindest zu einem Drittel französischen Film aufgesetzt hat.

Wir erlebenden den Friseurinnensalon als Ort der Gemeinschaft für Frauen, an dem sie frei und ohne Angst vor Repressalien sprechen können. Doch letztlich ist auch das Augenwischerei, denn der Salon gehört einem Mann und der Ladenerbe von gegenüber träumt bereits davon, sich auch diesen Ort einzuverleiben, irgendwann das gesamte

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Mit Hund und Apfel: So schön freut sich FLOW-Regisseur Gints Zilbalodis über zwei Oscar-Nominierungen

Mit Hund und Apfel: So schön freut sich FLOW-Regisseur Gints Zilbalodis über zwei Oscar-Nominierungen
(c) Gints Zilbalodis

In den Kategorien Best International Feature Film und Best Animated Feature Film kann sich seit heute der lettische Filmemacher Gints Zilbalodis mit seinem Beitrag FLOW Hoffnung auf einen Oscar machen. Während der Bekanntgabe der Nominierungen genoß Zilbalodis in seiner Bettnische einen Apfel und kuschelte mit seinem bezaubernden Golden Retriever. Was will man eigentlich mehr?

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Zwei Briefe zum Abschied - Laura Dern und Kyle MacLachlan über David Lynch

Zwei Briefe zum Abschied - Laura Dern und Kyle MacLachlan über David Lynch
Laura Dern, David Lynch und Kyle MacLachlan auf der Premiere von „Twin Peaks: The Return" // (c) Gallagher - A Creative Experience Agency unter CC BY 3.0

Der Tod von David Lynch hallt nach. Ich habe noch sehr viele Texte – weitestgehend aus der filmanalytischen Ecke stammend – über ihn und seine Kunst im Browser offen, die ich bisher noch nicht lesen konnte. Aber zunächst möchte ich diese berührenden, ehrerbietigen Texte, geschrieben von Lynchs langjährigen Weggefährt:innen Laura Dern und Kyle MacLachlan.

As I sit here frozen, trying to put words to all that I feel about David Lynch on his birthday, I keep thinking that it’s too soon — too soon to express what I’m feeling, all while heartbreak surrounds us in our city right now.

Too
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Inside the Archive: Wie das British Film Institute Kultur konserviert

Inside the Archive: Wie das British Film Institute Kultur konserviert
Das IMAX-Kino des BFI in London // (c) Robert Aleck unter CC BY-SA 2.5

Den Youtube-Kanal des British Film Institutes habe ich abonniert, weil dort regelmäßig interessante Gespräche mit Filmschaffenden hochgeladen werden. Ab und zu gibt es auch eine Ausgabe von „Inside the Archive" – kompakte Videos, die dokumentieren, wie genau das BFI (britische) Filmkultur konserviert.

Für die Archivierung mancher Filme etwa braucht es spezielles Equipment – Equipment, das längst nicht mehr zu bekommen ist und für das es entsprechend auch keine Ersatzteile mehr gibt. Hier kommt ein 3D-Drucker ins Spiel, den sich das BFI angeschafft hat, um die Maschinen auch künftig am Laufen zu halten.

Die ganze Playlist mit weiteren Insights, wie zum Besiepiel zum

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Gesehen: Amy (2015)

Gesehen: Amy (2015)
Amy Winehouse auf dem Eurockéennes-Festival 2007. // (c) Rama unter CC BY-SA 2.0 FR

Was dieser Film sehr gut vermittelt, sind die zutiefst menschlichen Probleme der Ausnahmekünstlerin Amy Winehouse, die nicht erst durch den Ruhm entstanden, jedoch maßgeblich befeuert worden sind. Winehouse konnte sich scheinbar nie richtig dessen vergewissern, was sie sich eigentlich für sich wünscht, was sie vom Leben erwartet. Dem stand letztlich der explodierende Ruhm im Weg, der sie in alle Richtungen riss und davon abhielt, eine „private" Amy Winehouse zu gestalten.

Auch Parallelen zu Britney Spears sind offensichtlich. Beide zerbrachen unter den Augen der Öffentlichkeit, erlebten ihren Zusammenbruch wortwörtlich vor laufender Kamera. Beiden ging es offensichtlich nicht gut. Trotzdem wurden beide

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