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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Stau – Jetzt geht’s los (1992)

Gesehen: Stau – Jetzt geht’s los (1992)
(c) ÖFilm, Stiftung Deutsche Kinemathek

Was für ein bemerkenswertes Zeitdokument, das besonders aus heutiger Sicht den Stillstand festhält. Denn was in diesem Dokumentarfilm hervorsteht, ist die absolute Tatenlosigkeit, mit der selbst das direkte Umfeld diesen sich zunehmend radikalisierenden jungen Menschen gegenübersteht.

Wir können jetzt lange über „Haha, schau mal, die dummen Nazis!" lachen. Aber es ist ehrlich erschreckend, wie diese jungen Menschen kaum artikulieren können, was in ihnen vorgeht und was ihre Wünsche sind. Also im wahrsten Wortsinne. Ihnen fehlt tatsächlich das Sprachvermögen. Und deshalb hört auch niemand zu. Sie glauben, ihrem Frust nur durch die Mittel der Radikalisierung Ausdruck verleihen zu können, weil die

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Gesehen: Under Fire (1983) - Ernste Blamage

Gesehen: Under Fire (1983) - Ernste Blamage
Gene Hackman, Joanna Cassidy und Nick Nolte // (c) MGM, Orion Pictures

Ich habe selten einen Film gesehen, der mit einer derartigen Ernsthaftigkeit versucht, Fragen der journalistischen Ethik zu verhandeln und sich dabei so krass blamiert.

Hier herrscht einfach ein fundamentales Unverständnis journalistischen Arbeitens, was jeglicher Grundlage für eine informierte Debatte entbehrt. (Krisen-)Journalismus ist keine von Fotomodels gleichenden Pfandfinder*innen organisierte Schnitzeljagd, der man sich einfach so anschließt.

Bildjournalismus scheint hier eine fast ausschließlich nach ästhetischen Kategorien funktionierende Gattung zu sein – was lächerlich einfältig ist. Wem man wie und wann auf das „Schlachtfeld" folgt, ist Teil eines komplexen Abwägungsprozesses – wo sich die schicksten Bilder schießen lassen, ist kein Faktor von Belang.

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Gesehen: The Odd Couple (1968)

Gesehen: The Odd Couple (1968)
Jack Lemmon als Felix Ungar und Walter Matthau als Oscar Madison // (c) Paramount

Stellenweise hat es mich an UNCUT GEMS erinnert, wie hoch hier das Energielevel unter anderem durch die unglaublich temporeichen Wortwechsel gehalten wird. Es liegt eine Spannung in der Luft, die nie abzureißen droht.

Inmitten dieses Wirbelsturms gelingt es dem Film, fast schon unbemerkt nicht mehr nur Kumpelkomödie zu sein, sondern ganz plötzlich auch Rollenbilder, den Männlichkeitsbegriff, Geschlechterverhältnisse und die Bedeutung von Freundschaft zu verhandeln sowie deren Grenzen auszuloten.

★★★★☆

US, R: Gene Saks, D: Jack Lemmon, Walter Matthau, John Fiedler, Herb Edelman, David Sheiner, Monica Evans, Carole Shelley, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: Amsterdam (2024)

Gesehen: Amsterdam (2024)
Christian Bale als Burt Berendsen, Margot Robbie als Valerie Voze und John David Washington als Harold Woodman // (c) Leonine Studios Spielfilm

Eine durch und durch fahrige Warnung vor dem alten und dem neuen Faschismus. Nazis doof, Rassismus doof, Korruption doof, Sexismus doof, Sozial- und Gesundheitspolitik doof – die Eigenschaften des für alte und neue Rechte so fruchtbaren Bodens benennt der Film zielsicher, interessiert sich aber maximal oberflächlich für die Verflechtungen.

Dazu versucht David O. Russell seinen Inszenierungsstil in ein von Wes Anderson geschneidertes Gewand zu kleiden. Nahezu jede Figur im Bild ist ein bekanntes Gesicht und immer ein bisschen quirky. Doch die Anordnung gleicht mehr einer seelenlos zusammengeklöppelten Parade, was besonders deutlich wird, weil Christian Bale, Margot Robbie und John David Washington

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Gesehen: Nuit et Brouillard (1956)

Gesehen: Nuit et Brouillard (1956)
Das Konzentrationslager Auschwitz (c) absolut MEDIEN

Als ob Alain Resnais und Jean Cayrol eine knappe halbe Stunde lang versuchen, diese Monstrositäten in Worte zu fassen und auf den letzten Zentimetern ob der Singularität des Holocausts das Handtuch werfen und dann die drastischen Aufnahmen des Grauens sprechen zu lassen.

Jetzt ein Urteil zu fällen, ob diese halbe Stunde nun angemessen, gut oder schlecht ist, halte ich nicht für angebracht. Von 2025 aus zu urteilen, wäre leicht. Aber der zeitliche Kontext spielt eine immense Rolle in der Betrachtung von NUIT ET BROUILLARD. Denn ist es nicht bemerkenswert, dass es mehr als zehn Jahre nach Kriegsende weiterhin so an

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„Erzählen vom Unaussprechlichen": Lange Nacht über Primo Levi und Jean Améry

„Erzählen vom Unaussprechlichen": Lange Nacht über Primo Levi und Jean Améry
Das Lagertor des Konzentrationslagers Auschwitz // (c) Karsten Winegeart / Unsplash

Christoph David Piorkowski hat eine 2022 zum ersten Mal ausgestrahlte und nun anlässlich des Holocaust-Gedenktages wiederholte Lange Nacht über Primo Levi und Jean Améry gemacht.

Primo Levi und Jean Améry hatten viel gemeinsam: Vom Widerstand über die Lagererfahrung bis zum Versuch ihrer Bewältigung. Doch als Schriftsteller zogen sie aus Auschwitz unterschiedliche Schlüsse und gingen mit der Lesart des anderen ins Gericht.
Primo Levi und Jean Améry: Erzählen vom Unaussprechlichen
Primo Levi und Jean Améry zogen als Schriftsteller zogen aus Auschwitz unterschiedliche Schlüsse und gingen mit der Lesart des anderen ins Gericht.

Für mich war

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