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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 10

Gesehen: No God No Father (2025) - Alte Idee, neuer Spin

Generative KI ändert auch den Desktop-Film

Gesehen: No God No Father (2025) - Alte Idee, neuer Spin
Bild: Yukunkun Productions

Neuer Spin einer alten Idee, aber recht clever durchkomponiert. Letztlich erzählt der Kurzfilm viel über die Fragmentierung digitalen Lebens, virtuell rekonstruierbare Abbilder unserer Selbst und Scheinrealitäten, in denen das Gemeinschaftsversprechen des Internets zu krassen Vereinzelungserfahrungen umschlägt – nun nur noch heftiger befeuert durch generative KI.

Der Kurzfilm steht noch kostenlos bis zum 29. Januar 2027 bei Arte in der Mediathek.

Weder Gott noch Vater - Film in voller Länge | ARTE
Ein junger Mann pflegt eine enge Beziehung zum Internet. Da ihm aufgrund der Abwesenheit einer Vaterfigur Antworten fehlen, findet er in Google einen unerwarteten Mentor. Vom Erlernen alltäglicher Aufgaben wie Rasieren bis hin zur Entdeckung tiefergehender Kenntnisse wird der Algorithmus zu mehr als einer einfachen Suchmaschine und verwischt so die Grenzen zwischen Realität und Virtualität.
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Wake up babe am 02. Januar 2026 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Steven Soderberghs Tagebuch, dem Videoproblem von Podcasts und Wallpaper-Tricks

Wake up babe am 02. Januar 2026
Bild: Bayarkhuu Battulga / Unsplash

Ich bin nun wirklich keiner von denen, der lamentiert, wie alt er denn schon sei. Aber ich bin immerhin schon alt genug, um die Debatte um den pivot to video in der Podcastszene bereits zum dritten Mal mitzubekommen.

Das ändert jedoch nichts daran, dass Fiona Sturges im Guardian treffend beschreibt, wie Video das Medium verändert – oft nicht unbedingt zum Besseren.

‘Painful to hear!’ How podcasts’ rush to video is turning them into dreadful listens
From Joe Marler’s visual-only stunts to the incomprehensible shuffling sounds Steven Bartlett recently subjected headphone users to, dodgy audio experiences are on the rise

Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Wake up babe, new Üüberblick just dropped!

Denn das ist der aus meiner Sicht ganz entscheidende Punkt. Frust und Trauer müssen raus, um nicht bitter zu machen. Aber gezielt – und nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Wenn Diskussionen über Klima im öffentlichen Raum Orte der Bitterkeit sind, Diskurse jeden, der sich ihnen nähert, in einen dunklen Strudel ziehen, wird sich ihnen niemand mehr nähern.
Klimafrust und wie wir ihn überwinden
Ausgabe 32 - Über den Schmerz durch Naturverlust und was sich daraus entwickeln lässt

Robert Draper hat zum Abschluss von 2025 in der New York Times eine ausufernde Reinwaschung von Marjorie Taylor Greene veröffentlicht. Das ist jedenfalls meine Einschätzung. Denn meiner Meinung nach inszeniert diese Bleiwüste MTG als legitime Teilnehmerin gesellschaftlich vertretbaren Diskurses – als ob es etwa die jewish space lasers nie gegeben hätte –, die sich nun mit den Konsequenzen ihrer Rhetorik und ihres politischen Handelns konfrontiert und überfordert sieht.

Dennoch lässt sich aus dem Artikel viel herausziehen, das nicht explizit beim Namen genannt wird. Es ist sehr leicht, vor allem von meinem deutschen Sofa aus, die MAGA-Meute als dumm zu bezeichnen. In diesem Artikel (der sich übrigens auch einfach nebenbei anhören lässt) wird aber deutlich, wie einfältig manche dieser Fußsoldat*innen tatsächlich zu sein scheinen. Und das ist natürlich überaus gefährlich, wenn auf dieser Grundlage politische Entscheidungen getroffen werden, die die Leben von Millionen von Menschen verändern – vor allem zum Schlechteren.


Steven Soderbergh hat wieder aufgeschrieben, was er im vergangenen Jahr alles gesehen und gelesen hat. Dieser ganz kreative Input bei gleichzeitigem kreativen Output ist immer wieder krass im Vergleich zu sehen.

SEEN, READ 2025
All caps, bold: MOVIE All caps, bold, asterisk: SHORT* All caps: TV SERIES Italics: Book Quotation marks: “Play” Italics, quotation marks: “Short Story” 01/01 The Possession, Annie Ernaux, AVIICI I’M TIM 01/02 The Making of Star Wars, A.J. Rinzler, THE MAKING OF THE EMPIRE STRIKES BACK, RAIDERS OF THE LOST ARK (B&amp

Gewohnt zuverlässig: die Kolleg*innen von Monopol.

Streamingtipps: 10 Kunst-Filme, die sich im Januar lohnen
Kinder an der Kunsthochschule, Basquiats Vermächtnis und die Geschichte der “Camgirls”: Das sind unsere Filmtipps des Monats

Wild, was man mit der Kurzbefehle-App alles an coolen Spielereien veranstalten kann.

iOS: Datum und Wetter direkt auf das Hintergrundbild bringen
Wer sein iPhone gerne bis ins kleinste Detail individualisiert, der weiß: Apples Bordmittel für den Sperrbildschirm sind zwar mittlerweile…

Gesehen: We Were the Scenery (2025) - Flucht ins Trauma

Eine Geschichte über Zufall, Aneignung und Ausbeutung

Gesehen: We Were the Scenery (2025) - Flucht ins Trauma
Bild: Christopher Radcliff

Da überlebst du einen blutigen Krieg in deinem Land, musst danach flüchten, landest in einem Lager des Roten Kreuzes und wirst dort von einer megalomanischen (und offenbar auch völlig gewissenlosen) Filmproduktion aufgegabelt, damit du als Statist*in in genau den Krieg zurückkehren darfst, den du eigentlich hinter dich gebracht hast.

Das ist einerseits natürlich eine absurde Geschichte eines ziemlich unwahrscheinlichen Zufalls. Andererseits erzählt es auch davon, wie Hollywood sich der Schicksale, der Geschichten und des Leidens von Opfern und Überlebenden aneignet, sie zu unscharfen, gesichtslosen Massen verwäscht und dabei Retraumatisierung billigend in Kauf nimmt.

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Gesehen: Honey Don't! (2025) - Please don't

Hätte man auch lassen können...

Gesehen: Honey Don't! (2025) - Please don't
Foto: Universal Pictures International Germany

Hier verpufft wirklich alles irgendwie im Nichts. Das liegt vor allem daran, dass dem Film der Spagat zwischen Archetypen und Stereotypen nicht gelingt. Die markigen Figuren verkommen zum Selbstzweck, das Bedienen statt Unterlaufen von Klischees zur ermüdenden Leier, die Persiflage zu etwas, an dem man konsequent scheitert.

★½☆☆☆

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Welch im Schrank am 01. Januar 2026 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Gemeinfreiheit, Florence und Topos

Welch im Schrank am 01. Januar 2026
Foto: Senad Palic / Unsplash

Frohes Neues! Zum Start ins neue Jahr unter anderem ein paar Dinge, die ich etwa über die vergangenen Feiertage hier angesammelt, aber noch nicht gepostet habe.


The same procedure as every year...

Happy Public Domain Day 2026!
Each January 1st is Public Domain Day, when a new crop of works have their copyrights expire and become free to share and reuse for any purpose. Here’s our highlights for 2026.

Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Bei Topos vom ORF ist leider Schicht. Ein wirklich sehr schmerzlicher Verlust für den deutschsprachigen Kulturjournalismus 😢

Das war’s, adieu.

Das ORF-Topos-Team

Die Gründe sind seit gut einem halben Jahr öffentlich bekannt.

ORF Topos

Eine wahnsinnig eindrückliche Beschreibung eines (jedenfalls nach eigenen Angaben) Russen, wie es sich anfühlt, konstant von Propaganda zugeballert zu werden.


Inspirierende Geschichte, die Casey Neistat hier aufgetan hat. Spannend ist aber auch, wie Neistat selbst vom Glorifizeren dieser Hustle Culture einfach nicht wegkommt, obwohl er mittlerweile selbst schon öffentlich darüber gesprochen hat, welche negativen Folgen das für sein Privatleben hatte.


Drüben bei Kino-Zeit haben wir auch auf die Filme geblickt, die 2025 in Deutschland eher unter ferner liefen stattgefunden haben. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um noch mal über den aus meiner Sicht unterschätzten und in Deutschland sang- und klanglos bei Prime Video abgeladenen NICKEL BOYS zu schreiben.

News | Themen | Jahresrückblick 2025: Die übersehenen Filme
Jedes Jahr gibt es viele gute Filme, die entweder gar nicht ins Kino kommen oder dort nur wenigen Besucher*innen gesehen werden. Zum Jahresende wollen…

Florence Welch war zu Gast im Criterion Closet und bei wirklich jedem ihrer ausgesuchten Filme dachte ich mir: Yeah, that tracks 🤌


We Didn't Start the Fire. With Bardot's passing three people mentioned in the song remain alive

The museum of unconditional surrender (@iamreddave.bsky.social) 2025-12-28T11:24:39.043Z

fr fr

☝️

Tini Tarabiscoté*e / Christina Dongowski (@tinido.bsky.social) 2025-12-27T21:48:13.532Z

Meine 20 Lieblingsfilme in 2025

Gratulation an die zweifache Leonie Benesch!

Meine 20 Lieblingsfilme in 2025

Zwölf von 20 Filmen konnte ich im Kino sehen. (Mein gesamtes Kinojahr habe ich hier abgelegt.) Ein bisschen für mich (wieder)entdeckt habe ich die Sondervorführungen inklusive Filmgesprächen mit den Macher*innen. So konnte ich dieses Jahr Fragen loswerden an: Mascha Schilinski, Burhan Qurbani und Julian Radlmeier.

Wieder hat es ein Dokumentarfilm auf die Liste geschafft, den ich beim DOK Leipzig gesehen habe.

Ein Filmland, das ich mir erst dieses Jahr zum ersten Mal richtig bewusst erschlossen habe, ist Georgien.

Drei zentrale Erkenntnisse meines Filmjahres habe ich drüben bei Kino-Zeit aufgeschrieben. Dort durfte ich auch das Scheinwerferlicht auf NICKEL BOYS richten, der aus deutscher Perspektive leider unter ferner liefen im Streaming abgeladen wurde.

(Meine Lieblinge des Jahres mit Premiere in 2025 oder deutschem Release in 2025 und/oder auch in 2025 gesehen – in alphabetischer Reihenfolge nach internationalem Titel.)

Kinotagebuch: Alpha (2025) - Unsicherheit hat Tradition
Es ist dann doch etwas mehr, als „nur” eine tonnenschwere AIDS- und Corona-Metapher
Gesehen: April (2024) - Bilder wie ein Gefängnis
Formal meister*innenhaft und auf jeden Fall jetzt schon einer meiner Filme des Jahres!
Kinotagebuch: The Brutalist (2024)
Brady Corbet hat hier wirklich eine epische Sinfonie komponiert, orchestriert und dirigiert. Diese brachial-opulenten Bilder verkommen nie zum Selbstzweck, sondern stehen immer konsequent im Dienst von Corbets Figuren. Diese Figuren fühlen mehr als wir alle – größeren Schmerz, feurigere Leidenschaft, wärmere Liebe, brennendere Wut, tiefere Trauer. Die filmischen Einflüsse sind dabei
Gesehen: The Girl with the Needle (2024)
Ein Film über das Schweigen. Ein Mädchen, das ihren Unmut gegenüber ihrer Mutter kundtut und von ihr daraufhin so hart ins Gesicht geschlagen wird, dass sie blutet. Aber sie gibt keinen Laut von sich. Vielleicht weil sie weiß, dass ihr dann eine noch viel brutalere Strafe droht. Das ist jedoch
Gesehen: Grand Theft Hamlet (2024)
Aus unendlich vielen Gründen ist das ein ganz besonderes Zeitdokument und interessant. Für mich spannend zu sehen war diese Welt von GTA Online, die mit den Versprechen lockt, jede*r sein und alles tun zu können. Und doch entscheiden sich die Menschen dazu, zu sein und zu tun was sie
Gesehen: Grand Tour (2024) - Unendlicher Walzer
Groteske meets Epik
Kinotagebuch: Kontinental ’25 (2025) - Form follows function
Radu Jude nimmt stellenweise so viel Tempo aus dem Film, dass es unangenehm wird
Kinotagebuch: Heldin (2025) - Michael Mann im Spital
Aus vielerlei Gründen hat Petra Volpe hier ganz großes und großartiges Kino vollbracht. Was alles zusammenbindet, ist die Form. Fast alle Shots sind nicht nur auf die von Leonie Benesch gespielte Protagonistin Floria gerichtet, sie sind dazu noch auf Augenhöhe. Die Kamera geht mit Floria in die Hocke und kommt
A review of L’Éclipse de la Lune Rouge (2025)
Ein extrem berührender Film, der sich entfaltet wie eine Kartografie. Es ist die Kartografierung eines Menschen, einer Frau, einer Mutter, und ein Versuch zu verstehen, was diese Rollen auf unserem Planeten, in unserer Welt bedeuten. Die zahlreichen Naturaufnahmen in diesem Film sind nicht nur ein ästhetischer Hochgenuss. Sie sind Dokument einer Filmemacherin, die die Weite sucht, um Raum zum Denken und Fühlen zu haben, um zu verstehen – ein bisschen also wie ihre Mutter, die einst aus einer ähnlichen Motivation heraus durch die Welt reiste, um von anderen Menschen zu lernen und zu verstehen, warum Menschen so sind, wie sie
Gesehen: Maria (2024) - Barocke Konsequenz
Pablo Larraín schafft mit MARIA das, was bei SPENCER noch nicht ganz aufgegangen ist.
Kinotagebuch: The Mastermind (2025) - Kluger Verzicht
Kelly Reichardt bringt uns gekonnt zum Stolpern
Kinotagebuch: Miroirs No. 3 (2025) - Echo des Schmerzes
Christian Petzold inszeniert eine in tausend Teilen zersprungene Vase und die Frage, wie die wieder zusammenzusetzen ist.
Gesehen: Nickel Boys (2024)
Am Anfang war ich doch sehr ratlos, was mir der Film mit der mit diesen kompromisslosen POV-Shots zu vermitteln versucht. Dass das etwas à la „Durch die Egoperspektive kann die Lebenswirklichkeit Schwarzer Menschen auch für Nicht-Schwarze Menschen erfahrbar gemacht werden” werden sollte, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Kinotagebuch: Sehnsucht in Sangerhausen (2025) - Bresson, Kiarostami, Novalis, Radlmeier
Ein Film voller Zitate und doch geprägt von einer eigenen Handschrift
Kinotagebuch: Queer (2024)
(Ich habe die Romanvorlage nicht gelesen und mein einziges Hintergrundwissen ist, dass sie existiert. Deshalb sehe ich zwar die vielen Kritikpunkte an Luca Guadagninos Interpretation, habe aber für mich einen davon losgelösten Zugang zum Film gefunden.) Eine faszinierend gute Erfahrung ist dieser Stil- und Motivmix aus Terry Gilliams FEAR AND
Gesehen: September 5 (2024) – Die Regeln des Spiels
Die Versuchung muss verdammt hoch gewesen sein, diesen Film mit Journalist:innen-Pathos unter sich zu begraben. Aber nein, hier wird nicht hochtrabend über die Bedeutsamkeit der vierten Gewalt schwadroniert. Hier erklären die Taten das Selbstverständnis dieser Journalist:innen. Jeder vermeintlichen Pathos-Rampe wird im letzten Moment ausgewichen, weil immer und immer
Gesehen: The Shrouds (2024) - Trauer im Plattformkapitalismus
Der Schmerz wechselt in der Intensität, wechselt die Form, aber er bleibt.
Kinotagebuch: In die Sonne schauen (2025) - Sehen und gesehen werden
Mascha Schilinskis zum deutschen Oscarbeitrag gewordener Film ist eindrücklich inszeniert und bewegt sich bei Subtext wie Motiven in ähnlichem Fahrwasser wie etwa Céline Sciammas PORTRAIT OF A LADY ON FIRE.
Kinotagebuch: Yes (2025) - Überwältigungskino
Nadav Lapid hadert – mit seinem Geburtsland Israel, den Folgen des 7. Oktober 2023 und irgendwie auch mit der Liebe.