Nach VIVARIUM also wieder zurück in die Fegefeuer der Vorhölle. Dem Surfer ist keine Erlösung vergönnt. Wie in Treibsand rutscht er mit jedem Befreiungsversuch ein bisschen weiter hinab in den unter ihm geöffneten Schlund.

Die eigentliche Qual sind nicht die vielen kleinen und großen Stiche, sondern die Erlösung, die dem Surfer wie die Karotte an der Angel immer gerade so außer Reichweite vor die Nase gehalten wird.

Das Echo der weiter unten lodernden Hölle ist die Erkenntnis, dass er sich nicht freikaufen kann, dass demnach sein bisheriges Leben eine Lüge gewesen scheint. Dass materielles Vermögen nicht mit Anspruch gleichzusetzen ist.

Damit lässt sich THE SURFER auch als Film über (kulturelle) Aneignung und Privilegienblindheit lesen. In vielen Gesten im Umgang mit von ihm als unter ihm stehend wahrgenommenen Menschen offenbart der Film des Surfers parasitäre Art.

Lade doch einfach mein leeres Handy auf. Gib mir doch den Kaffee auf Pump. Reich mir mal eben dein Fernglas. Leiste mir gerne Gesellschaft, solange du mir für mein Auto Starthilfe gibst, aber lass mich danach in Ruhe. Ich schlafe einfach ohne Rücksprache in deinem Auto, solange du weg bist.

Es geht hier nicht zwingend um Gut gegen Böse, um Recht und Unrecht, sondern um immer größer werdende Ungerechtigkeiten, die sich eines Schwarzen Loches gleich durch die Raumzeit fressen und alles am Rande dieses Weges bis zur Unkenntlichkeit verkrümmen.

★★★½☆

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