Ein verschachteltes Vexierspiel, das ein Trauma aufbricht, die Teile in verschiedene Schubladen steckt, diese wahlweise für immer verschließt, in verschiedensten Konstellationen öffnet und miteinander kombiniert oder sie gar herausreißt und den Inhalt auf dem Boden verteilt.

Pedro Almodóvar erzählt hier von Erfahrungen, die derart schwer wiegen, dass sie offenbar selbst im Film nur durch den Filter eines Films erzählt werden können. Dass mehrere Abstraktionsebenen eingezogen werden müssen, um sie zur Sprache bringen oder gar verhandeln zu können.

Er geht sogar so weit, dass seine Figuren in ein anderes Geschlecht flüchten, um möglichst weit weg vom eigenen, das so eng mit dem Trauma verbunden ist, zu kommen. Bei Almodóvar ist das kein unbekanntes Motiv – die Betrachtung von Transgeschlechtlichkeit als Methode der Flucht aus dem versehrten Männerkörper.

Obwohl er diesen Menschen mit größter Empathie begegnet und ihnen ihr Frausein nicht in Abrede stellt, bleibt besonders hier ein durchaus bitterer Nachgeschmack. Denn, nach allem, was ich lese und höre, ist die Transition kein Prozess der Flucht, sondern einer des Ankommens – in einer Klarheit, bei sich selbst. Und das wird hier irgendwie nicht richtig gewürdigt.

★★★½☆

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