Gesehen: Arlington Road (1999) - Kollektive Ignoranz
FilmkritikDer GAU ist nicht die Eskalation, sondern die Umstände, die sie ermöglichen
Adäquat inszenierter Verschwörungsthriller, der kaum an Dringlichkeit verloren hat, und ein so folgerichtiges wie konsequentes Ende nimmt. Spannend ist, dass der Film die Paranoia letztlich nicht über die eigentliche Verschwörung einzieht, sondern über die kollektive Ignoranz ihr gegenüber.
Damals™ wie heute richtig, im Film wie in der Realität: Alle notwendigen Werkzeuge, alle akademischen, gesellschaftlichen und exekutiven Strukturen, um Kontrolle über diese Form der Zersetzung zu erlangen und Eskalation zu verhindern.
Aber in dem Wissen darum ist eben auch der Glaube daran angelegt, dass aufgrund der Vorbereitung und Bereitschaft eben nichts passieren könne. Aus Leichtfertigkeit wird Blindheit, aus Blindheit wird Ignoranz, die Ignoranz führt zum GAU.
Treffend ist auch, wie der Film erkennt, dass es nicht zwingend einzelne Gewalttaten sind, die für den flächendeckenden Terror sorgen, sondern das (mediale) Narrativ, das drumherum weitergesponnen wird.
★★★½☆
Der Film steht (auch in der OV) noch bis zum 03. Februar 2026 kostenlos in der ARD-Mediathek.
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