Ich muss nicht noch mal andere Worte für das finden, was ich schon zu WICKED aufgeschrieben habe:

Der Film ist super wirr und es ist extrem anstrengend zu ordnen, wonach hier alles ausgeholt, geschlagen und gegriffen wird – was aber nicht unbedingt schlecht ist. Denn viele Themen sind recht klug verwoben. Klug heißt hier nicht unbedingt subtil, aber man muss sich eben auch immer wieder bewusst werden, dass Musicals und arthousige Nuancierung nicht unbedingt Hand in Hand gehen und das auch gar nicht das Ansinnen ist.

In FOR GOOD wirkt es auf mich so, als ob all die unbedingt wichtigen Motive und Ansinnen auf eine Reihe von Tabletts gepackt wurden, die dann, eins nach dem anderen, an der Kamera vorbeigetragen wurden. Das läuft derart transparent ab, dass der Film fast schon ins Paternalistische abgleitet.

Ein (sehr) junges Publikum versteht die Bezüge zum politischen Weltgeschehen (noch) nicht, aber um auf Nummer sicher zu gehen, wird es auch noch mal für alle, die im Bilde sein sollten, dick und fett ausbuchstabiert. Ich meine, der Zauberer ist nur drei Millimeter davon entfernt, tatsächlich Trumps „I could stand in the middle of Fifth Avenue and shoot somebody, and I wouldn't lose any voters, OK?“ hinauszuposaunen.

Der Film beobachtet die Strategien des (Neo-)Faschismus erstaunlich genau und durchdringt dabei zahlreiche Schichten. Doch die dabei zutage geförderten Bilder vermag er kaum in einen filmischen Einklang zu bringen.

Wie unverhohlen FOR GOOD außerdem queerbaitet und mit verschiedensten „BookTok“-Motiven überfrachtet ist, fühlt sich einfach gar nicht nach kreativen, sondern einfach unternehmerischen Entscheidungen an – wie ein gezieltes Abholen bestimmter Zielgruppen, um um jeden Preis wirtschaftlichen Erfolg abzusichern.

Und wie bei WICKED gilt auch hier: Es ist schon spektakulär, wie schlecht dieser Film aussieht; wie eine derart lebendige Welt unter einem derart entsättigten Matsch begraben wird. Außerdem kicken die Lieder einfach nicht – also bei mir jedenfalls nicht.

★★☆☆☆

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