Das ist schon eine verführerische Aneinanderreihung von eleganten, in sich ruhenden, manchmal ausharrenden und oft kontemplativen Einstellungen, in denen der Mensch in einem positiven Möglichkeitsraum gezeigt wird, in dem er nicht zwingend Gegenspieler sein muss, sondern auch als Symbiont eine lebenswerte Existenz bestreiten kann.

Gravierendes habe ich an diesem Film gar nicht auszusetzen. Und dennoch frage ich mich, ob der nun genau so sein musste... Als würden sich in der von hier aus noch gut überblickbaren Filmgeschichte – von einem Hauch Tarkowski über jede Menge Malick bis zu Einschlägen à la Reichardt – nicht bereits entsprechende Spuren finden, in die dieser Film hier mehrfach hineinpasst.

Dazu die gewählte Erzählperspektive, die mich in dieser Form doch sehr schulterzuckend zurückgelassen hat. Selbstverständlich braucht das Genre auch weiterhin sensible und empathische Typen, die mit alten Mustern, Schablonen und Motiven brechen. Aber hier scheint es, als wäre man sich seines filmischen Umfeldes so gar nicht bewusst gewesen. Auch deshalb fühlt es sich ziemlich ausbeuterisch, wenn nicht sogar etwas parasitär an, wenn der rassistische Mord eines asiatischen Mannes dazu genutzt wird, gut 100 Minuten die zarte, leidende (und weiße) Männerseele in Szene zu setzen.

TRAIN DREAMS führt irgendwie nirgendwo so richtig hin – jedenfalls in keinen Bahnhof. (Hehe.)

★★★☆☆

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