Ein paar Kopfnicker und Fußwipper sind schon dabei, aber diese musikalisch nach vorn treibende Energie schafft es dann doch nie so ganz, wirklich alles tight beisammenzuhalten.

Was funktioniert, ist die Beschreibung moderner imperialistischer Mechanismen, die unter anderem durch eine Art kulturelle Hegemonie greifen. Es ist nicht unbedingt die Sprache an sich, mit der Geschichte ausgelöscht wird. Es sind die Geschichten, die mit dieser Sprache erzählt werden. Und mit diesen Geschichten verschwinden Gemeinschaften. Mit diesen Gemeinschaften verschwinden Menschen.

KNEECAP verklärt die „Troubles" nicht. (Das tut die Bezeichnung irgendwie selbst schon ein bisschen.) Der Film zeigt vielmehr, mit welchen Waffen derartige Konflikte heute ausgefochten werden.

Aber auch: Antiimperialismustrunken ist Nationalismus offenbar ein immer geringeres Problem. Und das scheint mir hier wirklich nicht ausreichend problematisiert. Sex mit der „Gegenseite" zu haben, scheint mir im Kontext des Films zwar eine adäquate Metapher für das Überwinden dieses Lagerdenkens, aber eben auch für die Schlichtheit der Argumentation insgesamt zu sein.

★★★☆☆

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