Gesehen: Jay Kelly (2025) - Anschlussunfähig
FilmkritikFür wen will Noah Baumbach überhaupt Geschichten erzählen?
Das ist an Banalität und Abgehobenheit wirklich nur schwer zu überbieten. Natürlich ist der hier feilgebotene emotionale Kern unterm Strich zusammengesetzt aus ganz universellen menschlichen Emotionen, Bedürfnissen, Wünschen und Träumen. Aber das wäscht die Hände des Protagonisten noch lange nicht in Reinheit.
Der Film will (von mir sehr vereinfacht formuliert) sagen: „Künstler*innen sind auch nur Menschen wie du und ich." Doch über die Lippen bekommt er nur ein „Stars sind Menschen wie du und ich." Das Problem: Das ist natürlich falsch. Diese Haltung, dieses Verkennen der eigenen Privilegien bzw. der des Protagonisten verunmöglicht schließlich die eigene Erzählung, für die es ehrliche Anschlussfähigkeit braucht.
Der Film fühlt sich an wie ein nostalgisch verklärtes Spätwerk. Wie eine Abgesang auf eine Zeit, in der Macht niemals hinterfragt und zur Rechenschaft gezogen wurde. Jedoch denken die Macher*innen keineswegs an Ruhestand. Der Film will sich in Einfühlsamkeit üben, hinterlässt jedoch nur einen ziemlich verbitterten Nachgeschmack.
★★☆☆☆
Comments