Eigentlich führt die Frage danach, was denn hier überhaupt von wem geerntet wird, zu einer recht fruchtbaren (hehe) Anordnung. Die Menschen ernten das Feld, der Lehensherr erst die Früchte der Ernte, dann die Lehensmänner und -frauen selbst. Der Mensch selbst wird zur Ware innerhalb einer unmenschlichen Verwertungslogik. Also auch wie im Kapitalismus.

Doch der Film lässt sich vom Kapitalismus nichts diktieren. Vielmehr zeigt er interessante charakterliche Dynamiken, indem sich die Menschen in der Filmwelt regelrecht darum bemühen, mit ihrem Handeln dieser unmenschlichen Welt zu entsprechen, dabei aber immer wieder von der eigenen durchbrechenden Empathie gestört werden.

Und inmitten dieser unwirtlichen Umgebung hat es ein Mann nicht nur geschafft, zu überleben, sondern aus freien Stücken wirkliche Wurzeln zu schlagen, halbwegs zufrieden zu sein und nicht den kruden Erwartungen zu entsprechen – bis ein Kartograf in die Siedlung kommt, der mit seiner Dokumentation der Umgebung die Grenzen im Kopf des Mannes aufsprengt, jedoch vermeintlich auch die Grenzen zur Siedlung durchlässiger macht und Unruhe einlädt.

Ich kenne die Romanvorlage nicht, aber der Film macht auf mich den Eindruck, sich extrem viel vorzunehmen und sich damit auch etwas zu überheben. Es fehlt an vielen Stellen der Fokus, um Strukturen und Dynamiken besser verstehen und herausarbeiten zu können. Am Ende fehlt es an hinreichender Kontur.

★★★☆☆

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