Das trägt ja fast schon Züge von George A. Romero, dieses ausstatterisch total zurückgefahrene, dadurch aber nicht weniger dichte Spannungskino, das im Vorbeigehen Gesellschaft mitverhandelt.

Die Spannung erwächst hier nicht in erster Linie durch die tödliche Gefahr an sich, sondern vor allem dadurch, wie die einzelnen Figuren zueinander angeordnet und dazu gezwungen werden, ihre bisherigen Rollen zu überwinden oder zu unterlaufen.

Da ist der Cop, der den Kriminellen immer noch wie einen Menschen und nicht wie ein Tier behandelt. Da ist der Kriminelle, der letztlich mit dem Cop herumkumpelt. Da ist die Frau, die getreu dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn" jegliche Gefahr leugnet und schließlich mit ihrem Leben bezahlen muss. Menschenwürde, Polizeigewalt, Corona-Pandemie – all das steckt damit neben dem Aufbrechen einer vermeintlich heilen Vorstadtwelt auch in diesem Film.

★★★½☆

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