Gesehen: Jessy (2021) - Hölzerne Familie
FilmkritikWer ist Mutter? Wer ist Vater? Ein Laborversuch.
Entlang dieses Films lassen sich eigentlich wunderbar und in aller Kürze soziale Konstrukte erklären. Denn Blutsverwandtschaft als Basis des Konstrukts Familie reicht noch lange nicht aus – das sehen wir hier in dieser erzwungenen Anordnung, die vielleicht räumliche, aber noch längst keine emotionale Nähe zwischen den Figuren herstellt. Familie ist letztlich, wer familiär handelt, und wird nicht nur durch die Einträge „Mutter" und „Vater" auf der Geburtsurkunde der Tochter bestimmt. „Weil das eben so ist und immer schon so war" ist keine Basis, auf der Familie funktionieren kann.
Dabei wirkt der Film jedoch überaus hölzern und fast schon artifiziell. Das lässt diesen Anordnungsversuch weniger natürlich und organisch und mehr wie im klinischen Labor künstlich herbeigeführt wirken. Das passt dann wiederum nur selten zu den Emotionen, die das Drehbuch behauptet.
★★½☆☆
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