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André Pitz

Mir hat es gefallen, wie Robert Eggers hier im Vergleich zu Murnaus Original seine Fassung viel offener in psychosexuelle Sphären abdriften lassen kann und so letztlich auch eine moderne Geschichte über die Dimensionen des Begehrens erzählt.

Eggers schafft mit seinem Natural-Light-Fetisch auch viele visuell vereinnahmende Momente. Das sind nicht bloß billige Schattenspiele, sondern ein Dekonstruieren von Raum und Zeit, was dadurch stattfindet. Es ist die Abwesenheit von digitaler Tricktechnik, die diese Momente so einprägsam und albtraumhaft werden lässt.

Das Ganze außerdem als Allegorie auf die zersetzende Kraft psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder bipolare Störungen zu lesen, mag auf der Hand liegen. Aber es geht eben auch einfach gut auf.

Ästhetisch wie inszenatorisch scheint Eggers jedoch in einer Art diffuser Zwischenwelt gefangen – mit zu viel Respekt vor Murnaus Werk auf der einen und dem Drang, etwas Moderneres zu schaffen, auf der anderen Seite. Zwischen diesen Polen verharrt der Film in einer komischen Stasis. Wirkliche Wagnisse geht Eggers nicht ein.

Doch vielleicht hätte dem Film genau das gutgetan. Es gibt etwa Momente, die in ihrer visuellen Ausgestaltung nur noch einen Schritt von SIN CITY entfernt sind. Ich glaube, ein NOSFERATU, der diesen Schritt geht, wäre für mich ein viel interessanterer gewesen.

★★★½☆

🇺🇸, R: Robert Eggers, D: Lily-Rose Depp, Nicholas Hoult, Bill Skarsgård, Bill Skarsgård, Willem Dafoe, Emma Corrin, Ralph Ineson, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Universal Pictures International Germany

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