Kinotagebuch: Die Theorie von Allem (2023) - Deutsche Oppenheimer
Großartig, wie gut dieser Film die Ohnmacht und das Unbehagen transportiert.

Großartig, wie gut dieser Film die Ohnmacht und das Unbehagen transportiert, was man dort inmitten dieser Felsgiganten verspüren kann, wenn einen die bloße Existenz der Berge zu verschlucken droht, wenn alleine der visuelle Eindruck in seiner Gewalt radikal entwaffnend ist…
Wirklich gepackt hat mich, was sich langsam unter der bleischweren Decke deutscher Vergangenheitsbewältigung hervortut. Das hat DIE THEORIE VON ALLEM für mich zu einer Art avantgardistischem OPPENHEIMER werden lassen. Nur hier ist es alleine schon die theoretische Möglichkeit dessen, dass Nazideutschland eine funktionierende Kernwaffe entwickeln konnte, die die Welt bzw. Realität aus den Fugen geraten lässt. Es ist der Schrecken des Was-Wäre-Wenns der hier nachhallt und vor dem Hintergrund des ganz realen Schreckens der beiden Atombomben-Abwürfe der USA über Hiroshima und Nagasaki einen Resonanzraum findet.
Sicher, ein gewisse Affektiertheit ist dem Film in Sachen Bildgestaltung durchaus anzukreiden. Es gibt zahlreiche Stellen, an denen sich das Werk selbst ziemlich gut gefällt und damit auch nicht hinterm Berg hält. Vielleicht liegt es auch gerade an dieser Forschheit, dass das dicke Auftragen meinem Genuss keinen Abbruch getan hat.
★★★★☆

