🎬 LSC6: Lesbian Vampire Killers (2009) – Ein Worst-of

Die Challenge in dieser Woche ist, einen bisher ungesehenen, seit dem Jahr 2000 erschienenen Vampirfilm zu schauen.


LESBIAN VAMPIRE KILLERS – das Worst of SCOOBY-DOO, VAN HELSING und 300. Mehr kann und will ich dazu eigentlich auch gar nicht sagen.


🎬 LSC6: Creep (2014) – Wenn das Gute im Menschen gegen die Wand läuft

Die Challenge in dieser Woche ist, einen bisher ungesehenen Mumblegore-Film zu schauen.


Was soll ich sagen? CREEP verwendet sehr viel Zeit darauf, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. Zu viel Zeit. Denn wenn der Film beginnt, wirklich interessant zu werden und die Oberfläche verlässt, ist bereits zu viel Zeit vergangen, um noch wirklich mitgerissen zu werden.

Dabei hat es CREEP gar nicht nötig, zunächst praktisch nur über Jump-Scares zu schocken. Denn der wahre Grusel, die wahren Schockmomente liegen nicht in Horror-Mechaniken längst vergangener Jahrzehnte, sondern im Inneren von Mark Duplass’ Charakter Josef. Denn der verbiegt jegliche Wahrnehmung von Wahrheit und lässt das Gute im Menschen immer und immer wieder gegen eine Wand laufen.


🎬 LSC6: Il Sorpasso (1962) – Permanente Flucht zu welchem Preis?

Die Challenge in dieser Woche ist, einen bisher ungesehenen “Commedia all’italiana“-Film zu schauen.


Wer nicht ab und zu mal bremst und nur mit Bleifuß auf dem Gaspedal steht, wird irgendwann aus der Kurve fliegen. Diese Quintessenz hat Dino Risi in seinen Film IL SORPASSO gegossen. Darin inszeniert er elegante Hektik und atemlose Dialoge, die schwer an Jean-Luc Godards AUSSER ATEM, WEEKEND sowie ELF UHR NACHTS erinnern und damit sehr nah an der Nouvelle Vague sind.

Wer zum Durchatmen Pause macht, ergibt sich der schnöden Realität, in der der Rest der Gesellschaft lebt. IL SORPASSO ist wie SPEED, nur dass die Bombe das Aufgehen im Konventionellen ist. Doch die individuelle Anarchie als erfolgreiche Form des Protests ist eine Illusion. Denn sie ist zwingend co-abhängig von der Existenz vergleichsweise restriktiverer Systeme und solidarischer Gesellschaften.

Zu welchem Preis also ausbrechen, sich nicht beugen wollen? Wer permanent auf der Flucht ist, lässt irgendwann sich selbst und alle, die einem nahe stehen, hinter sich.


🎬 LSC6: La Femme Nikita (1990) – Weitwinkliger Nihilismus

Die Challenge in dieser Woche ist, einen bisher ungesehenen “Cinéma du Look“- Film zu schauen.


LA FEMME NIKITA ist ein durchweg reaktionärer Film. Wer den Regeln des Staates folgt, sich der Staatsmacht bedingungslos unterordnet, wird sogar von den Toten zurückgeholt. Die Vorstellung, das System als ihm entgegenstehend – also mehr oder weniger als Soziopath – von innen heraus auszuhöhlen, ist naiv. Genauso wie die Vorstellung, dass das System und insbesondere der Staat dein Freund ist. Freundschaft gehört nicht zu seinen Aufgaben.

Aus Druck gewachsene Konformität verleiht nur oberflächliche Macht innerhalb der systemischen Spielregeln, macht einen letztlich zu einem bloßen Werkzeug der Mächtigen.

LA FEMME NIKITA hat kein Interesse daran, das System einzureißen. Entweder man ist ein Teil davon oder tot. Es wird kein ernsthafter Ausweg gezeichnet, was letztlich alles in verzweifeltem Zynismus und Nihilismus zergehen lässt.

Davon abgesehen war es noch nie Luc Bessons Stärke, mehrdimensionale Frauenrollen zu schreiben. Trotzdem hat er mit LA FEMME NIKITA einen markanten Fußabdruck im europäischen Action-Kino der 90er hinterlassen – nicht zuletzt durch die interessante, wenn auch im Verlauf des Films sich zunehmend abnutzende Vorliebe für Dolly-Shots mit tiefen Weitwinkeln, auf die wahrscheinlich selbst ein Terrence Malick neidisch wäre.


🎬 LSC6: In the Heat of the Night (1967) – Kühler Kopf bei brodelndem Inneren

Die Challenge in dieser Woche ist, einen bisher ungesehenen mit Sidney Poitier zu schauen.


Um diese Floskel gleich vorweg zu nehmen: IN THE HEAT OF THE NIGHT hat seit 1967 traurigerweise absolut nichts an Relevanz eingebüßt.

Damals wie heute ist Gleichberechtigung kein Begriff, der sich ausschließlich sich an unterschiedlich hoch ausfallenden Wochenlöhnen messen lassen kann. Das macht Norman Jewisons Film unmissverständlich klar. Er zeigt, wie praktisch irreparabel kaputt das System ist, durch das sich von dessen Struktur Profitierende einfach ungestraft hindurch dilettieren können.

Die Diskriminierung von Minderheiten – in diesem Fall vom Schwarzen Cop Virgil Tibbs – ist so fest mit System und Bewusstsein verschraubt, dass sie wie ein unanfechtbares Naturgesetz wirkt. Und das, während dem offenbar wirkungslose juristische Gesetze gegenüberstehen.

Treten Fehler auf, so wird nach den Ursachen ausschließlich an den Rändern der Mehrheitsgesellschaft und nicht in deren vermeintlich unbefleckter Mitte gesucht. Die Regeln gelten somit nicht für diejenigen, die sie durchsetzen sollen.

Gleichermaßen ist IN THE HEAT OF THE NIGHT Ausdruck einer diskriminierenden Leistungsgesellschaft, in der man als Minderheit erst dort Wert gewinnt, wo andere an die Grenzen ihrer Expertise stoßen. Und selbst das wird dann mit neiderfülltem Rassismus und unbegründetem Misstrauen bestraft.

Wer widerspricht, verliert. Die daraus resultierenden inneren Konflikte macht Sidney Poitier auf brillante Art und Weise sichtbar. Denn der von ihm gespielte Virgil Tibbs scheint in der Hitze der Nacht einen überraschend kühlen Kopf zu bewahren. Doch unter der Oberfläche brodelt es – weil er genau weiß, dass das System gegen ihn ist, obwohl er im Recht ist.

Letztlich versucht IN THE HEAT OF THE NIGHT zwar ein hoffnungsvolles Ende zu verkaufen. Doch der Ausblick bleibt aussichtslos. Denn Virgil Tibbs mag einen Rassisten zum Umdenken gebracht zu haben. Doch auf den Feldern Mississippis werden mehr als 100 Jahre nach Ende der Sklaverei immer noch Schwarze ausgebeutet. Das vermeintliche Naturgesetz besteht weiter, das juristische scheint keine Bewandtnis zu haben.