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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Arctic (2018) - Erwartbare Häkchen

Trotz toller Bilder und Mads Mikkelsen nicht mehr als Durchschnittswahre

Gesehen: Arctic (2018) - Erwartbare Häkchen
Foto: Plaion Pictures

Dieser Film setzt an keiner einzigen unerwarteten Stelle ein Häkchen und ist deshalb trotz toller Bilder und Mads Mikkelsen nicht mehr als Durchschnittswahre. Im zeitlich engeren Umfeld von ARCTIC taucht schnell der von der Prämisse her ähnliche ALL IS LOST mit Robert Redford auf. Doch der kann seine Stärken viel besser durch noch mehr Zurückhaltung und das Setzen in einen globalen Kontext ausspielen. Joe Pennas Horizon scheint hier eher beschränkt.

★★★☆☆

🇮🇸/🇺🇸, R: Joe Penna, D: Mads Mikkelsen, Maria Thelma Smáradóttir, Tintrinai Thikhasuk, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Plaion Pictures

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Gesehen: Where Is the Friend’s House? (1987) - Urängstliche Gefühle

Meisterhaft, wie Abbas Kiarostami durch diese Welt navigiert und unbemerkt Spannung aufbaut

Gesehen: Where Is the Friend’s House? (1987) - Urängstliche Gefühle
Foto: Kanoon, Farabi Cinema

Hahaha, es hat mich dann doch überrascht, von welcher Größe der Stein war, der mir in den letzten Sekunden des Films vom Herzen gefallen ist. Erst dann ist mir so richtig klargeworden, wie gekonnt Kiarostami durch diese Welt navigiert und mit welchen Feinheiten er erst nahezu unbemerkt und dann immer nachdrücklicher Spannung aufbaut.

WHERE IS THE FRIEND’S HOUSE? zeigt, was es für ein Kind bedeutet, in einer autoritären Gesellschaft aufzuwachsen. Dort, wo einem die Mutter vorwirft, man würde seine Hausaufgaben nie erledigen, während dafür in Wahrheit gar keine Zeit ist, weil sie einen Arbeitsauftrag nach dem anderen erteilt. Dort,

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Gesehen: The Apartment (1960) - Wenn das Büro nach Hause kommt

Ein Mensch zu sein ist erst möglich, wenn man sich gegen das kapitalistische System entscheidet.

Gesehen: The Apartment (1960) - Wenn das Büro nach Hause kommt
Foto: capelight pictures

Was für ein großartiger Film, der wahnsinnig klug nachzeichnet, wie Konzerne Stück für Stück in die Lebensräume der Menschen eindringen und so ganze Leben Stück für Stück übernehmen. Das Großkapital vergnügt sich im gemachten Nest, während sich die einfachen Arbeiter*innen vor verschlossener Tür eine Lungenentzündung einfangen. Und die „Belohnung“ dafür ist dann, dass sie sich auf vermeintlich besseren Positionen noch mehr von den Gewinn anderer ausbeuten lassen dürfen. Billy Wilder buchstabiert es auch aus: Ein Mensch zu sein ist erst möglich, wenn man sich gegen das kapitalistische System entscheidet.

★★★★☆

🇺🇸, R: Billy Wilder, D: Jack Lemmon, Shirley MacLaine, Fred MacMurray,
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Gesehen: Hunger (2008) - Thatchers Schatten

Steve McQueen scheut sich nicht vor drastischen Bildern.

Gesehen: Hunger (2008) - Thatchers Schatten
Foto: Ascot Elite Entertainment

Steve McQueen scheut sich nicht vor drastischen Bildern, die unter die Haut gehen, aber niemals nur für die reine Schockwirkung stehengelassen werden. Margaret Thatcher liegt wie ein finsterer Schatten, der jeden noch so zarten Trieb Menschlichkeit erbarmungslos erstickt, über diesem Film. Sie ist nie zu sehen, sondern erklingt nur für eine Handvoll Sätze im Radio. Schon das reicht, um diesen würdelosen, unmenschlichen Ort im Zentrum des Geschehens zu erklären.

Dort, in diesem Gefängnis, wurden nicht nur mehrere Hungerstreikende, sondern auch der Rechtsstaat zu Grabe getragen. McQueen lässt sich jedoch nie darauf ein, Gewalt und Mord zu entschuldigen oder die Eskalation

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Gesehen: Anima - Die Kleider meines Vaters (2022) - Mehr als nur Nabelschau

„Mir geht es nicht darum, eindeutig weiblich zu sein, sondern im Transzendieren der männlichen Rolle meiner Seele Freiheit zu schaffen.“

Gesehen: Anima - Die Kleider meines Vaters (2022) - Mehr als nur Nabelschau
Foto: Farbfilm Verleih

„Mir geht es nicht darum, eindeutig weiblich zu sein, sondern im Transzendieren der männlichen Rolle meiner Seele Freiheit zu schaffen“, zitiert Uli Decker ihren verstorbenen Vater. Das ist nicht nur ein wahnsinnig schöner Satz, sondern bringt auch in einem erweiterten Sinne das zerstörerische Potenzial archaischer Rollenkonstrukte auf den Punkt. Das in Kombination mit den kleinen Momenten, Fragmenten und Zusammenhängen machen Deckers Film zu mehr als nur einer bloßen Nabelschau auf die eigene Familiengeschichte.

🇩🇪, R: Uli Decker, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Farbfilm Verleih

Anima - Die Kleider meines Vaters - Stream: Online
Wo und wie heute “Anima - Die Kleider meines
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Gesehen: The Last Stage (1948) - Unglaubliche Rückkehr

Absolut bemerkenswert, wie sehr dieser Film nach dem konventionellen Kino strebt.

Gesehen: The Last Stage (1948) - Unglaubliche Rückkehr
Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst

Der absolute Wahnsinn, mit welcher Kraft offenbar Wanda Jakubowska gerade einmal zwei Jahre nach Kriegsende für die Dreharbeiten zurück an den Ort kehrte, an dem sie von den Nazis in den sicheren Tod geschickt worden wäre und an dem sie so viel Grauen erfahren musste. Vor diesem Hintergrund ist es umso bemerkenswerter, wie sehr dieser Film nach dem konventionellen Kino strebt, wie glatt er wirkt – kaum geprägt bzw. getrieben von Wut oder Rache, sondern geprägt von unendlicher Dankbarkeit für die Frauen, dank denen Auschwitz niemals komplett von der Finsternis verschluckt wurde.

Überhaupt war ich sehr überrascht davon, wie wenig sich

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