🍽 Das Wochenendmenü #2 – Körper und Seele, Transit & CUTS Podcast

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Mahlzeit! Die zweite Ausgabe des Wochenendmenüs ist serviert. Passend zur am Donnerstag eröffneten 70. @berlinale schweift auch mein Blick in die Hauptstadt. Und so hat jeder Gang etwas mit den Goldenen Bären zu tun. Alle Links zu den Empfehlungen und zum Tipp-Archiv findet ihr in meiner Bio!⁣ ⁣ 🎬🧸 #KörperUndSeele – 116 Minuten aus der Feder der ungarischen Filmemacherin #IldikóEnyedi 🇭🇺 sind noch bis zum 25. Februar in der Mediathek von @arte.tv zu sehen. KÖRPER UND SEELE hat 2017 auf der #Berlinale Weltpremiere gefeiert, die Jury unter Vorsitz von Paul Verhoeven überzeugt und deshalb den Goldenen Bären mit nach Hause genommen. Der Film beschreibt die komplexe Annäherung zweier scheinbar grundverschiedener und in der Selbstwahrnehmung „beschädigter“ Charaktere auf einer Ebene, auf der Körperlichkeit und verbale Kommunikation scheinbar keine Option mehr sind. Wunderschön und herzzerreißend.⁣ ⁣ 🎬 #Transit – 101 Minuten aus der Geschichte eines Deutschen, der während des Krieges über Frankreich den Fängen der Nazis entkommen will – mit dem Kniff, dass TRANSIT in der Gegenwart spielt und so mit zeitloser Konsequenz einer durch Rechtsextremismus bedrohten Gesellschaft den Spiegel vorhält. #ChristianPetzold 🇩🇪 führte nicht nur Regie, sondern adaptierte auch den zugrunde liegenden Roman Anna Seghers‘. In den Hauptrollen spielen #FranzRogowski (#Victoria) und #PaulaBeer (#BadBanks). TRANSIT ist noch bis zum 24. Februar auf @netflixde verfügbar. 2018 lief der Film im Wettbewerb der Berlinale, in diesem Jahr geht Petzold mit #UNDINE ins Rennen.⁣ ⁣ 🎧 Schon wieder @cutspodcast. Was soll ich sagen? Qualität setzt sich durch 😅 Christian Eichler ist in #Berlin und spricht mit Lucas Barwenczik sowie Wolfgang M. Schmitt unter anderem über den Eröffnungsfilm #MySalingerYear von #PhilippeFalardeau 🇨🇦 und was diese Wahl für die Berlinale unter neuer Führung bedeutet.⁣ ⁣ Lasst es euch schmecken und empfehlt mich weiter! Das nächste #Wochenendmenü wird voraussichtlich nächsten Freitag aufgetischt.⁣ ⁣ ⁣ #onbodyandsoul #netflix #arte #goodmovies #cinephile #filmtipp #filme #movies #moviebuff #wochenende #endlichwochenende #film #movie #festival #podcastlove #podcast

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🍽 Das Wochenendmenü #1 – Uncut Gems, CUTS Podcast & Road to Roma

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Es ist angerichtet! Mit dem #Wochenendmenü kredenze ich euch ab sofort immer kurz vorm Wochenende drei Tipps für feinstes Entertainment an euren Empfangsgeräten. Die Links zu allen Empfehlungen findet ihr in meiner Bio.⁣ ⁣ 🎬 #UncutGems – 135 Minuten gnadenloses Spannungskino im New Yorker Diamond District auf @netflixde mit einem Adam Sandler, wie ihn nur die wenigsten kennen werden – ganz ohne flache Witze und dafür mit einem dramatischen Gespür und Timing sondergleichen.⁣ ⁣ 🎧 Uncut Gems / CUTS Der kritische Film-Podcast #7 – Zum brillanten Film der Safdie-Brüder diskutiert Christian Eichler im meiner Meinung nach besten deutschen Film-Podcast @cutspodcast zusammen mit Lucas Barwenczik und Wolfgang M. Schmitt. Dabei sind anspruchsvolle Einsichten garantiert, die so in wohl kaum einem großen deutschen Feuilleton aufgegriffen werden.⁣ ⁣ 🎬 #RoadToRoma – 73 Minuten Behind the Scenes von Alfonso Cuaróns Meisterwerk ROMA auf @netflixde. Die Doku zeigt einen Cuarón, der über viele intime Momente spricht, aber das Material leider nur wenige davon wirklich zeigen kann. Gerade für filmhandwerklich Interessierte bleibt es trotzdem spannend. Der Fokus liegt auf Cuaróns Streben, aus verschwimmenden und sehr persönlichen Erinnerungen ein bis zu scheinbar irrelevanten Details haarklein durchgeplantes und trotzdem authentisches Filmepos zu schaffen.⁣ ⁣ Das war‘s. Lasst es euch schmecken. Das nächste Wochenendmenü wird hier voraussichtlich am kommenden Freitag serviert.⁣ ⁣ #a24 #adamsandler #safdiebrothers #netflix #netflixmovies #movies #goodmovies #cinephile #moviebuff #filme #filmtipp #streaming #podcastlove #podcasts #wochenende #endlichwochenende #alfonsocuaron #behindthescenes #bts #documentary #dokumentation

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🎧 Podcast-Tipp: “All That Glisters Is Not Gold”

It’s a widely accepted truth: reading Shakespeare is good for you. But what should we do with all of the bigoted themes in his work? We talk to a group of high schoolers who put on the Merchant Of Venice as a way to interrogate anti-Semitism, and then we ask an expert if that’s a good idea.

Code Switch – “All That Glisters Is Not Gold”


Code Switch von NPR ist ein Podcast, der sich mit Rasse und Identität in unserer Gesellschaft auseinandersetzt. Auch, wenn viele Folgen sehr US-zentrisch sind, lassen sich doch immer spannende Erkenntnisse gewinnen – jedenfalls aus meiner weißen, privilegierten Sicht.

Wie privilegiert diese Sicht zuweilen sein kann, hat mir die Folge “All That Glisters Is Not Gold” noch einmal sehr deutlich zu verstehen gegeben und mich bisherige Selbstverständlichkeiten in Sachen Konsum von Kulturgütern überdenken lassen – und das unterhaltsam in nur 30 Minuten.

📺 THE PUNISHER: Von der Realität eingeholt

Nach DAREDEVIL, JESSICA JONES, LUKE CAGE und IRON FIST (und der Ensemble-Geschichte THE DEFENDERS) steht mit THE PUNISHER die nächste Marvel-Serie in den Startlöchern von Netflix. In der Hauptrolle steckt Jon Bernthal, der bereits in der zweiten Staffel DAREDEVIL in der nun titelgebenden Rolle (alias Frank Castle) auftauchte. Bernthals Performance kam sowohl bei Kritikern als auch den Fans gut an, soweit ich das überblicken kann. Auch mir hat das alles ganz gut gefallen – und genau das liegt mir, je mehr ich darüber nachdenke, immer schwerer im Magen.

https://www.youtube.com/watch?v=OMW_dPtm7Bo

Der Punisher spricht etwas an, das vermutlich seit Urzeiten tief in den meisten von uns steckt: den Sinn für Gerechtigkeit und ein Verlangen nach eben dieser. Und machen wir uns nichts vor, mal eben einem Schurken™ die Faust ins Gesicht zu drücken statt etwa die Polizei zu rufen, ist wahrscheinlich auch den meisten schon mal in den Sinn gekommen. Der innere Trieb pfeift auf “Im Zweifel für den Angeklagten”, lässt sich aber prima mit gesundem Menschenverstand unterdrücken. Dass es da jemanden wie Frank Castle gibt, der diesen Trieb für uns auf dem Bildschirm (und seit Jahrzehnten in Comics) auslebt, hat also gewissermaßen auch etwas urbefriedigendes an sich. Mittlerweile ist das jedoch ein Problem für mich. Denn die Realität, mit der ich tagtäglich konfrontiert werde, hat die Marvel-Welt inzwischen eingeholt.

Das zeigt bereits ein Blick auf Facebook, Twitter oder in die Kommentarspalten größerer Medien. Mordaufrufe oder -drohungen sowie das Suhlen in Selbstjustiz-Fantasien (selbst unter Klarnamen!) sind im öffentlichen Diskurs in bestimmten Kreisen längst salonfähig geworden. Rechte Gewalt wird relativiert, während Flüchtlingsheime brennen und Tote in Kauf genommen werden. In den USA ziehen White Supremacists durch die Straßen und Trump redet von “very fine people”. Wird über Straftaten berichtet, an denen Geflüchtete beteiligt waren, braucht man gar nicht lange auf Kommentare in widerlichstem Nazi-Jargon zu warten. Rechte “Bürgerwehren” organisieren sich und ziehen durch Ortschaften. Die Rolle des Rechtsstaates wird dabei oft nicht nur infrage gestellt, sondern als überholt und überflüssig angesehen.

Und damit sind wir wieder beim Punisher. Frank Castle ist zwar kein Nazi, aber dennoch ein skrupelloser Mörder, der sich ohne mit der Wimper zu zucken über das Gesetz stellt. Streng genommen trifft das natürlich ebenso auf fast alle anderen Superhelden zu. Nur oftmals agieren die in einer fantastischen Welt, die sich mit unterschiedlichen Elementen (oftmals durch einen übernatürlichen Antagonisten) klar von der unseren abgrenzt. Das New York des Punishers tut das allerdings nur bedingt. Wenn der zentrale Konflikt zwischen Gut und Böse also mit einer Kugel zwischen den Augen des ziemlich humanoiden Schurken™ gelöst wird, bleibt von der kathartisch angelegten Wirkung für mich nur noch wenig übrig. Eine Welt, in der die Grenze zwischen Fiktion und Realität, scheinbar Gut und scheinbar Böse derart verschwimmt, fühlt sich für mich fehl am Platz an.

Doch noch steht die Serie nicht zum Abruf bereit (und viel mehr als “to be released in 2017” ist noch nicht bekannt). Ich möchte ihr vorab auch kein Unrecht tun. Vermutlich wird sie sich ohnehin mit den moralischen Dilemmata der Selbstjustiz auseinandersetzen. Trotzdem habe ich Bauchschmerzen.

🎬 The Big Shit: Filmreleases im digitalen Zeitalter

Zum ersten Mal bin ich, wie viele andere auch, zum diesjährigen Sundance Film Festival im Januar auf THE BIG SICK aufmerksam geworden. Früher wäre auch schwierig geworden, denn der Film feierte dort Premiere. Meine Twitter-Timeline war gefüllt mit überschwänglichem Lob und auch Amazon schien die kleine Rom-Com zu gefallen. Der Studio-Arm des Handelsriesen (u. a. THE NEON DEMON, MANCHESTER BY THE SEA) zog schließlich den zwölf Millionen Dollar schweren Distributionsdeal an Land. Bis Juni dauerte es, bis der Film schließlich im Limited Release über ein paar US-Leinwände flackerte. Der Wide Release folgte einen Monat später, seit Anfang September kann man den Streifen digital erwerben – vorausgesetzt, man lebt in den USA. Deutschland sitzt immer noch auf dem Trockenen. Hierzulande ist der Kinostart erst für Mitte November geplant. Und wer weiß, wann der Film danach auf iTunes und Co. landet.

Dem durchschnittlichen Kinogänger mag das egal sein. Vermutlich hat er noch nie von THE BIG SICK gehört. Für Filmnerds wie mich ist diese Release-Politik jedoch mehr als frustrierend. Denn während sich das US-Publikum den Film bereits bequem und vor allen Dingen völlig legal ins Wohnzimmer holen kann, sind mir die Hände gebunden. Klar könnte ich mir einen amerikanischen iTunes-Account organisieren oder einfach auf illegale Downloads zurückgreifen. Wirkliche Hürden sind das nicht. Aber das kann und sollte doch nicht die Lösung sein. In einem mittlerweile völlig durchdigitalisierten Zeitalter der Filmdistribution kann ich diese verzögerte und vor allem regionalisierte Veröffentlichungspolitik nicht verstehen. Es spielt für mich auch keine Rolle, welche Deals im Hintergrund Auslöser dieser Situation sein könnten. Was zählt, ist das, was bei mir ankommt. Und das ist gerade einfach gar nichts. Am Ende des Tages fühle ich mich etwas auf den Arm genommen.